Umfrage Anleger setzen 2009 auf Zinspapiere

Eine überwältigende Mehrheit der Privatanleger in Deutschland setzt im Jahr 2009 auf festverzinsliche Wertpapiere. Nur 16 Prozent halten Aktien für aussichtsreicher, wie eine Umfrage im Auftrag des manager magazins ergeben hat.
Von Jonas Hetzer

Hamburg - Die Möglichkeit einer politischen Einflussnahme auf den Volkswagen-Konzern  findet breite Zustimmung unter Deutschlands Privataktionären. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Privataktionären, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid exklusiv für manager magazin durchgeführt hat, dessen neue Ausgabe ab Freitag (19. Dezember) am Kiosk erhältlich ist.

Fast die Hälfte – 47 Prozent – der Befragten hält das jüngst von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte neue "VW-Gesetz", das es dem Land Niedersachsen erlaubt, Mehrheitsbeschlüsse der Aktionäre zu blockieren, für richtig.

Die Topmanager der deutschen Autokonzerne verloren massiv in der Gunst der Aktionäre. Zwar bleibt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (56) beliebtester Unternehmensführer. 68 Prozent der Befragten glauben, dass der Porsche-Lenker die Zuffenhausener Autobauer auf der Erfolgsspur halten und für höhere Aktiennotierungen sorgen kann. Allerdings büßte Wiedeking 9 Prozentpunkte gegenüber der vorangegangenen Befragung im Herbst ein und verbuchte seinen schwächsten Zustimmungswert seit Herbst 2004.

BMW-CEO Norbert Reithofer (52) verlor ebenfalls 9 Prozentpunkte, Daimler-Lenker Dieter Zetsche (55) musste ein Minus von 11 Prozentpunkten hinnehmen, und VW-Boss Martin Winterkorn (61) entzogen gar 12 Prozent der Befragten ihr Vetrauen.

Die Umfrage ergab außerdem, dass lediglich 16 Prozent der Anleger Aktien für das aussichtsreichste Investment auf Sicht von zwölf Monaten halten. Die Mehrheit der Aktionäre (58 Prozent) glaubt, dass festverzinsliche Wertpapiere mehr Ertrag bringen werden als Dividendentitel. 22 Prozent nannten Aktienfonds als ihre Favoriten.

Besonders negative Auswirkungen auf den deutschen Aktienmarkt befürchten drei Viertel der Anleger von hohen Energiepreisen. Eine allzu zurückhaltende Kreditvergabe der Banken und eine lang währende Weltrezession folgen auf den Plätzen zwei und drei der meistgenannten Börsenrisiken für das Jahr 2009 (66 und 63 Prozent).

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