Börsenvorschau Dax im Fegefeuer

Anleger können die Hoffnung auf eine Jahresendrally am deutschen Aktienmarkt wohl endgültig begraben. Experten erwarten für die neue Woche wieder sinkende Kurse, so dass sich beim Dax auf Jahressicht ein Minus von mehr als 40 Prozent abzeichnet. Besonders schwer lastet die Krise der Autoindustrie auf den Börsenaussichten.

Frankfurt am Main - Keine Wende in den Wirtschaftsaussichten und keine Wende an der Börse: "Die Fundamentaldaten sehen nach wie vor schlimm aus, und das ist an den Märkten noch immer nicht voll eingepreist", sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Das allerdings könnte genau in der kommenden Woche beginnen - mit den entsprechenden Folgen für den Frankfurter Aktienleitindex Dax .

Schon am Dienstag werden Wirtschaftsforscher Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende und nicht-verarbeitende Gewerbe in der Eurozone veröffentlichen. Dass die allerdings gut ausfallen, glaubt derzeit niemand. Im Gegenteil: Analysten rechnen mit weiter fallenden Werten.

"Der Abwärtstrend würde sich damit fortsetzen", sagt Postbank-Analyst Heinrich Bayer. "Und düstere Töne werden wahrscheinlich auch aus Amerika zu vernehmen sein, wo der Trend in der Industrie und der Bauwirtschaft abwärtsgerichtet ist", ergänzt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es ist derzeit genau diese "enorme Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung sowie dem Fortgang der Finanzkrise, die die Nervosität an der Börse in der kommenden Woche wohl hoch halten wird", fürchtet die Landesbank Berlin.

In der neuen Woche dürfte darüber hinaus die Krise der US-Autoindustrie auf den Aktienmärkten lasten, und zwar auch in der Bundesrepublik. "Wenn es zu einer Pleite von General Motors  käme, hätte dies gravierende Folgen für die Wirtschaft", sagt Klude, die Aktienkurse würden wahrscheinlich kräftig sinken. Sollten Chrysler, Ford  oder General Motors gar Antrag auf Gläubigerschutz stellen, sind die Folgen auch für den Aktienmarkt kaum absehbar", warnt Equinet-Analyst Tim Schuldt.

Die einzige Hoffnung derzeit: Am Dienstag endet die Zinssitzung der US-Notenbank. Analysten rechnen mit einer Zinssenkung auf ein historisch niedriges Niveau von 0,5 oder gar 0,25 Prozent. Aktuell beträgt der Leitzins in der weltgrößten Volkswirtschaft ein Prozent. "Es wird ein heftiger Zinsschritt nach unten erwartet", sagt MM-Warburg-Experte Klude.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.