Aktienkurs bricht ein HBOS schockt Anleger mit neuen Lasten

Hohe Abschreibungen bei HBOS haben die Aktien der britischen Hypothekenbank einbrechen lassen. Statt der bisher bekannten 4,8 Milliarden Pfund belasten die Großbank nun acht Milliarden Pfund aus Abschreibungen und faulen Krediten. Ein Blick in die Zukunft verheißt ebenfalls nichts gutes.

London - Mit einem Minus von 23 Prozent auf 67,6 Pence sind die Aktien von HBOS  die mit Abstand größten Verlierer im Londoner FTSE-Index. HBOS hatte mitgeteilt, dass sich die Belastungen durch notleidende Kredite und andere Verluste bis Ende November auf acht Milliarden Pfund Sterling erhöht hätten (rund neun Milliarden Euro). Ende September war von 4,8 Milliarden Pfund die Rede gewesen. Die Aussichten seien düster, hieß es.

Das seien für den gesamten Bankensektor schlechte Nachrichten, hieß es. "Es rückt die Lage am Immobilienmarkt in den Blick und es wirft die Frage auf, ob auch von anderen Banken Abschreibungen anstehen", sagte ein Händler.

Andere Finanzwerte in London standen ebenfalls stark unter Druck, allen voran die Aktien der Bank Lloyds TSB , die kurz vor dem Vollzug der Übernahme von HBOS steht. Lloyds fielen um 17 Prozent. Barclays , Royal Bank of Scotland , HSBC und Standard Chartered  gaben zwischen 4,5 und 15,6 Prozent nach.

Bei dem Aktionärstreffen an diesem Freitag sollen die HBOS-Anteilseigner der Übernahme der Bank durch den Mitbewerber Lloyds TSB zustimmen. Die Belastungen drücken den Angaben zufolge die Eigenkapitalquote der angeschlagenen HBOS. Wie stark, wollte das Institut aber nicht verraten.

Die Qualität der Kredite habe sich weiter verschlechtert, hieß es, und die geschätzten Vermögenswerte seien seit November noch einmal deutlich gesunken. Dank der Kapital- und Liquiditätsspritze der britischen Regierung sieht sich HBOS dennoch in der Lage, die schwierige Phase als künftiger Teil von Lloyds TSB durchzustehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.