Jobabbau Am Bankenhimmel bleibt es dunkel

In New York entwarf der Chef von J. P. Morgan gestern ein düsteres Zukunftsszenario für die US-Banken. Gleichzeitig kündigte die Bank of America den Abbau von bis zu 35.000 Jobs an. Die Betroffenen werden so leicht nichts Neues finden - insgesamt schrumpft die Branche weltweit um hunderttausende Stellen.

New York - Am amerikanischen Bankenhimmel ist keine Aufhellung in Sicht. J. P. Morgan-Chef Jamie Dimon sprach am Donnerstag (New Yorker Zeit) von einer "schrecklichen" Entwicklung im vierten Quartal und kündigte ein hartes Jahr 2009 an. Zugleich bereitete die Bank of America  die Öffentlichkeit auf den Abbau von 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätzen vor. Damit sollen Überschneidungen nach der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch  beseitigt werden.

An der New Yorker Börse erlitten die Finanzwerte erneut kräftige Verluste. Die Aktien von J. P. Morgan sackten am Donnerstag bis Handelsschluss um 10,68 Prozent auf 29,94 US-Dollar ab und waren somit das Schlusslicht im Dow Jones . Die Papiere der Bank of America um 10,67 Prozent auf 14,91 Dollar nach. Zu diesem Zeitpunkt war der Stellenabbau allerdings noch nicht verkündet worden.

Für J. P. Morgan-Chef Dimon sieht im vierten Quartal noch keine Entspannung in der Finanzkrise. Der November sei ein "schrecklicher" Monat im Handelsgeschäft gewesen, und auch der Dezember laufe schlecht, sagte Dimon dem Fernsehsender CNBC. "Es wird ein hartes Quartal." Dabei sei es schwer, die weitere Entwicklung vorherzusehen, betonte er. Es sei durchaus möglich, dass die Häuserpreise in den USA um weitere 10 oder 20 Prozent einbrechen. Mit etwas Glück könnten sich die Märkte nach zwei weiteren Quartalen wieder erholen. "Aber wir bereiten uns auf ein hartes Jahr 2009 vor."

Hart dürfte das Jahr für viele Angestellte von Bank of America und Merrill Lynch werden. Im Zuge der Integration von Merrill Lynch sollen in den nächsten drei Jahren voraussichtlich 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätze wegfallen, das sind bis zu 11 Prozent der gesamten Belegschaft. Bis Anfang kommenden Jahres will das Institut die endgültige Zahl nennen und einen detaillierten Plan vorlegen. Der Abbau werde aber beide Institute betreffen und sich durch alle Geschäftsbereiche ziehen, hieß es. Ziel sei es, Überschneidungen zu vermeiden. Die Stellenkürzungen sollen zu jährlichen Einsparungen von 7 Milliarden Dollar führen. Ein weiterer Grund für die Maßnahme sei die derzeitige Rezession.

Dabei will die Bank of America so weit möglich auf natürliche Fluktuation setzen. Allerdings schrumpft die Zahl der Bankerjobs in den USA dramatisch, und damit schwinden auch die Möglichkeiten zum Arbeitgeberwechsel innerhalb der Branche. Vor vier Wochen hatte bereits die Großbank Citigroup  den Abbau von 52.000 Arbeitsplätzen verkündet. Dies entspricht 15 Prozent ihrer Belegschaft. Weltweit hat die Finanzbranche seit Beginn der Krise vor anderthalb Jahren die Streichung von fast 300.000 Jobs angekündigt.

Mit der Übernahme durch die Bank of America war Merrill Lynch vor dem Kollaps gerettet worden. Die Aktionäre beider Unternehmen hatten dem Zusammenschluss vergangene Woche zugestimmt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afxp

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