Krisenticker US-Börsen schließen im Plus

Die Doha-Runde zum Welthandel wird 2008 definitiv nicht abgeschlossen. Zwischen Conti und Schaeffler knirscht es hörbar. Das Weiße Haus prüft nach dem Scheitern der geplanten Autohilfen neue Wege, die Konzerne zu retten. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22 Uhr: Gestützt von Technologiewerten haben die US-Börsen zum Wochenausklang freundlich geschlossen. Die Unsicherheit um die weitere Zukunft der US-Autobauer sorgte am Freitag für ein Auf und Ab der Kurse. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte stieg um 0,8 Prozent auf 8628 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500  gewann 0,7 Prozent auf 879 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  legte um 2,2 Prozent auf 1540 Punkte zu.

21.30 Uhr: Ecuador verweigert die weitere Zahlung von Schulden auf bestimmte Staatsanleihen. Der Präsident des südamerikanischen Landes, Rafael Correa, sagte am Freitag, er habe angeordnet, dass am Montag fällige Zahlungen von 30,6 Millionen Dollar auf "Global 12 Bonds" nicht beglichen werden. Correa sagte, er werde einen Plan präsentieren, wie das Land seine als "legitim" betrachteten Schulden restrukturieren wolle. Eine amtliche Prüfung habe ergeben, dass die von Vorgängerregierungen begebenen Anleihen "illegitim oder illegal" seien.

21 Uhr: Die US-Demokraten haben Präsident George W. Bush zu einer schnellen Entscheidung über die Finanzierung der Autohilfen aus dem Bankenrettungsfonds aufgefordert. Es sei wichtig, dass das Präsidialamt noch am Freitag eine Erklärung dazu abgebe, sagte der demokratische Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Christopher Dodd. Er hoffe, dass es im Tarp-Fonds für die Finanzbranche Geld gebe, "das hier helfen kann". Das Präsidialamt signalisierte die Bereitschaft, für die Hilfen nun doch auf den Bankenfonds zurückzugreifen. Die Aussagen gaben den Konzernen, aber auch Investoren neue Hoffnung.

An der Börse machten die Aktien der Autobauer eine Kehrtwende und wurden am Nachmittag mit Aufschlägen gehandelt, General-Motors-Papiere  legten 0,5 Prozent zu, nachdem sie mit einem Minus von 37 Prozent in den Handelstag gestartet waren. Aktien von Ford  verzeichneten ein Plus von 5 Prozent. Sie hatten am New Yorker Morgen mit 25 Prozent im Minus gelegen.

19.10 Uhr: Der vom Bankrott bedrohte US-Autobauer General Motors (Kurswerte anzeigen) (GM) will fast ein Drittel seiner Produktion in Nordamerika vorübergehend stilllegen. Der Schritt erfolge "in Reaktion auf die rapide verschlechterten Marktbedingungen", teilte das Unternehmen am Freitag in Detroit mit. Im ersten Quartal 2009 sollten etwa 30 Prozent der Kapazitäten in den nordamerikanischen Werken stillgelegt werden, die Produktion solle um 250.000 Fahrzeuge sinken. Damit werde der Ausstoß im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent sinken, teilte der Opel-Mutterkonzern am Freitag mit. Der Schritt sei die Konsequenz aus der kollabierten Nachfrage auf dem Heimatmarkt. Bereits Anfang Dezember hatte der ehemals größte Autokonzern der Welt angekündigt, seine Produktion in dem Vierteljahr um 285.000 Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr zu drosseln und nur noch 600.000 Autos vom Band laufen zu lassen.

"Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Niedergangs auf dem US-Automarkt ist ohne Beispiel", hieß es in einer Erklärung. Dies sei zurückzuführen auf die Folgen der Finanzkrise und die Schwierigkeiten der Verbraucher, Kredite für den Kauf eines Autos aufzunehmen. Die Verkäufe von GM waren im November um 41 Prozent im Jahresvergleich eingebrochen.

19 Uhr: Der Dow Jones  steigt über seinen Vortagesschluss und notiert mit plus 0,8 Prozent auf 8633 Punkten.

18.45 Uhr: Der russische Aktienmarkt hat sich mit zum Teil deutlichen Verlusten aus der Börsenwoche verabschiedet. Nach trägem Geschäft rutschte der RTS-Interfax-Index des Computerhandels in Moskau am Freitag um 2,7 Prozent auf 652,21 Punkte ab.

17.45 Uhr: Die Frankfurter Börse schließt mit Verlusten. Der Leitindex Dax  verbucht ein Minus von 2,2 Prozent auf 4663 Punkte. Der Mittelwerteindex MDax  notiert mit 5240 Zählern 1,2 Prozent tiefer. Der Technologieindex TecDax  verliert 1,6 Prozent auf 455 Punkte.

17 Uhr: WTO-Generaldirektor Pascal Lamy hat bestätigt, dass es in diesem Jahr kein Ministertreffen zum Abschluss der seit 2001 laufenden sogenannten Doha-Handelsrunde geben wird. Wegen der hohen Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns habe er seine Bemühungen dafür eingestellt, sagte Lamy am Freitag in Genf.

Continental wirft Schaeffler Einmischung vor

16.20 Uhr: Der Autozulieferer Continental  will sich bei den Kreditverhandlungen mit den Banken nicht vom neuen Großaktionär Schaeffler hineinreden lassen. Die Einmischung in die Gespräche mit den Banken sei "ein massiver Eingriff in die souveräne und unabhängige Geschäftsführung der Continental", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann am Freitag. Die Franken hatten zuvor stets betont, sich bei Conti nicht ins Geschäft einmischen zu wollen.

In Anbetracht der aktuellen Automobilkrise will Conti seine Kredite über aktuell 10,8 Milliarden Euro für die Übernahme der ehemaligen Siemens VDO neu verhandeln. In diese Verhandlungen will Schaeffler nun einbezogen werden, wie die Herzogenauracher die beteiligten Banken wissen ließen. Schaeffler hatte bei seinem Übernahmeangebot gut 82 Prozent der Conti-Aktien angeboten bekommen, sich aber verpflichtet, in den kommenden vier Jahren nicht mehr als 49,9 Prozent an Conti zu halten. Sobald Schaeffler die Hälfte an Conti besitzt, müssten die VDO-Kredite zwangsweise nachverhandelt werden.

16 Uhr: Die Stimmung der Amerikaner hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Der Index für das Verbrauchervertrauen von Reuters und der Universität Michigan stieg nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 59,1 von 55,3 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 54,8 Punkte gerechnet. Grund für den leichten Anstieg seien stark sinkende Kraftstoffpreise, große Rabattaktionen im Einzelhandel und sinkende Inflationserwartungen, hieß es. "Trotzdem sehen die Konsumenten die Aussichten für die Wirtschaft noch pessimistischer, besonders für den Arbeitsmarkt", hieß es. Allein in der ersten Dezemberwoche stellten 573.000 Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe - das waren so viele wie seit 26 Jahren nicht mehr.

15.30 Uhr: Die New Yorker Börse eröffnet im Zeichen des Scheiterns der Nothilfe für Autofirmen. Der Leitindex Dow Jones  verliert in den ersten Handelsminuten 1,4 Prozent auf 8442 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500  geht es um 1,5 Prozent auf 860 Zähler abwärts, die Technologiebörse Nasdaq  fällt um 1,1 Prozent auf 1491 Punkte. Die Aktie von General Motors startet mit minus 31 Prozent, die von Ford mit minus 24 Prozent.

15.15 Uhr: Bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen (Kurswerte anzeigen) ist der Absatz im November eingebrochen. Die Zahl der Auslieferungen weltweit sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,5 Prozent auf rund 447.000 Fahrzeuge, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Im vierten Quartal stellten die Einbrüche auf dem Weltmarkt auch VW "massiv auf die Probe", sagte Konzernvertriebschef Detlef Wittig. In den ersten elf Monaten des Jahres 2008 zusammengenommen steigerte der Konzern den Absatz gegen den Trend in der Automobilindustrie aber noch um knapp 1 Prozent auf 5,73 Millionen Fahrzeuge. Der Absatz ist in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem in Nordamerika und Westeuropa drastisch zurückgegangen. Auch in den bisherigen Wachstumsmärkten wie China und Brasilien habe sich die Dynamik stark abgeschwächt, teilte VW mit.

15 Uhr: Nach dem Scheitern der Nothilfe für General Motors und Chrysler im US-Senat zeichnet sich doch noch eine Lösung ab. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, man werde den Einsatz von Mitteln aus dem für die Banken gedachten 700-Milliarden-Dollar Fonds Tarp für die Autoindustrie prüfen. Ein "überstürzter Kollaps", so die Sprecherin, hätte schwere Folgen für die US-Wirtschaft. Auch der gewählte Präsident Barack Obama hatte vor einer "verheerenden Kettenreaktion" gewarnt.

Da im Kongress nicht genügend Stimmen zusammenkämen, um die Branche zu retten, müsse man auch andere Optionen prüfen, so die Präsidentensprecherin. Die Republikaner von Noch-Präsident George W. Bush hatten bis dato eine solche Umwidmung der Hilfsmittel vehement zurückgewiesen. Alle Beteiligten der Industrie müssten sich auf bedeutende Zugeständnisse gefasst machen.

Bosch schickt zehntausende Beschäftigte nach Hause

14.45 Uhr: Die Aktionäre der angeschlagenen britischen Bank HBOS  haben grünes Licht für die Übernahme durch den Wettbewerber Lloyds TSB  gegeben. 84 Prozent der Anteilseigner sprachen sich am Freitag in Birmingham für die Fusion aus, wie HBOS mitteilte. Die Lloyds-Anteilseigner hatten schon bei einer früheren Hauptversammlung ebenfalls für die Übernahme votiert. Mit der Fusion entsteht ein Bankenriese mit 145.000 Beschäftigten und 3000 Filialen. Gewerkschaften befürchten den Verlust tausender Jobs. Nach der Fusion ist der Staat mit 43,5 Prozent Großaktionär, weil sich HBOS und Lloyds TSB im Tausch gegen Aktien mit insgesamt 37 Milliarden Pfund aus dem staatlichen Banken-Rettungspaket bedienen mussten.

14.15 Uhr: Der weltgrößte Autozulieferer Bosch schickt Zehntausende Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien. Im Stammwerk in Stuttgart-Feuerbach stehen die Bänder von 22. Dezember bis 7. Januar komplett still, sagte ein Sprecher am Freitag. Das bedeutet eine mehrtägige Zwangspause für 6500 Mitarbeiter an dem Standort. Je nach Fertigungslinie beginnen die Ferien auch schon einige Tage früher oder werden im Januar noch einige Tage verlängert. Auch für andere Werke gebe es ähnliche Planungen. Dies gelte für Standorte, die stark von der Automobilindustrie abhängen, sagte der Sprecher.

Bosch-Chef Franz Fehrenbach schrieb am Freitag an die Mitarbeiter, der Konzern werde seine Ziele im Jahr 2008 "weit verfehlen". Die Nachrichten seien kurz vor der Jahreswende wenig erfreulich. "Unser Umsatz wird voraussichtlich leicht unter Vorjahr liegen, und wir müssen beim Ergebnis erhebliche Abstriche machen", schrieb Fehrenbach. "Ich rechne nicht mit Wachstum", schrieb der Vorsitzende der Geschäftsführung des Stiftungsunternehmens mit Blick auf das Jahr 2009. Bosch habe einen schwierigen "Spagat zwischen Sparen und Investieren zu meistern". An zusätzlichen Sparmaßnahmen führe kein Weg vorbei, um den "zunehmenden Ertragsdruck aufzufangen".

13 Uhr: Der Dax verharrt 4,3 Prozent im Minus. Die US-Futures deuten auf eine tiefrote Eröffnung an der Wall Street hin: Der Future auf den marktbreiten S&P 500 lag zuletzt rund 5 Prozent im Minus.

12.15 Uhr: Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet ohne staatliche Milliardenhilfen eine Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) "vor oder kurz nach Weihnachten". Eine GM-Pleite würde auch "spätestens ein halbes Jahr später" zu einer Insolvenz von Opel führen, sagte der Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen am Freitag in einem dpa-Gespräch. Die diskutierte Bürgschaft der Bundesregierung für Opel in Höhe von einer Milliarde Euro wäre unter diesen Vorzeichen sinnlos, warnte Dudenhöffer. "Da Opel eine 100-prozentige GM-Tochter ist, würde das Geld automatisch in die Insolvenzmasse fließen." Man könne sich nicht dagegen absichern, dass das Geld nicht nur für Opel eingesetzt werde.

Das Hilfspaket für die angeschlagenen US-Autobauer war zuvor im US-Senat gescheitert. Nach Presseberichten hat Opel-Mutter General Motors bereits Insolvenzberater beauftragt.

11.30 Uhr: Die Bundesregierung steht zu ihrer Zusage, zügig über eine Bundesbürgschaft für den Rüsselsheimer Autobauer Opel zu entscheiden. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte am Freitag auf Anfrage: "Wenn das Unternehmen es wünscht, kann bis Weihnachten eine Entscheidung fallen." Das habe Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt.

50-Milliarden-Betrugsfall an der Wall Street vermutet

11.15 Uhr: Lettlands Parlament hat am Freitag in Riga wegen der internationalen Finanzkrise massive Ausgabenkürzungen in Höhe von fast 20 Prozent des Staatshaushalts und sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) beschlossen. Mit den Einsparungen von über einer Milliarde Lats (1,4 Milliarden Euro) erfüllt das baltische Land die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für noch nicht endgültig bewilligte Hilfskredite.

10.45 Uhr: An der Wall Street ist offenbar ein gigantischer Betrugsfall mit einem "Schneeball-System" im Volumen von 50 Milliarden Dollar aufgeflogen. Die Behörden nahmen in der Nacht zum Freitag den 70-jährigen Bernard L. Madoff fest, der einst Chef der Technologiebörse Nasdaq war und seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street zählt. Er gab nach Angaben der Behörden zu, jahrelang Investoren mit einem Schneeball-System betrogen zu haben: Versprochene hohe Gewinne wurden also einfach mit dem Geld neuer Kunden bezahlt. Nach Angaben der Finanzaufsicht SEC hat der Betrug in den Jahren ein Volumen von 50 Milliarden Dollar erreicht. Madoff habe die Machenschaften zwei ranghohen Mitarbeitern seiner Firma gestanden, hieß es.

10.30 Uhr: Die britische Großbank HBOS  hat den Finanzsektor mit neuen Hiobsbotschaften geschockt. Die Belastungen durch notleidende Kredite und andere Abschreibungen hätten sich von Januar bis Ende November auf 8 Milliarden britische Pfund (9,1 Mrd Euro) summiert, teilte die Bank im Vorfeld der Hauptversammlung am Freitag in London mit. Finanztitel notierten am Freitag Vormittag ähnlich schwach wie Autowerte.

US-Senat lehnt Hilfen für Autobauer ab

9.45 Uhr: Die Rüsselsheimer GM-Tochter Opel hat enttäuscht auf das Scheitern des Hilfspakets für die schwer angeschlagenen US-Autobauer im amerikanischen Senat reagiert. Die Situation für den Opel-Mutterkonzern General Motors  werde damit schwieriger, sagte ein Sprecher am Freitag in Rüsselsheim. "Es ist eine Frage der Zeitschiene." GM hatte - wie US-Konkurrent Chrysler - erklärt, bis Jahresende dringend frisches Geld zu benötigen, sonst drohe das Aus. Für Opel ändere sich die Situation zunächst nicht, sagte der Sprecher. Der Autobauer verfüge über ausreichend Liquidität. Der Sprecher verwies zudem auf die laufenden Verhandlungen mit den eigenen Arbeitnehmern über ein Sparpaket sowie mit der Bundesregierung über eine Milliarden-Bürgschaft. Die beantragte Staatsgarantie soll Opel im Fall einer Insolvenz des Mutterkonzerns davor bewahren, mit in den Strudel gerissen zu werden.

9.25 Uhr: Der US-Autobauer General Motors (GM) hat nach einem Pressebericht bereits einige der renommiertesten US-Insolvenzberater und -anwälte engagiert. Diese prüften, ob Gläubigerschutz beantragt werden solle, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Allerdings sei Konzernchef Rick Wagoner bislang zurückhaltend gewesen. Er befürchte, dass ein Gläubigerschutz-Antrag mögliche Autokäufer abschrecke. Nach dem Scheitern des 14 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan für die Autoindustrie im US-Senat ist die Zukunft der bedrohten Branchenriesen General Motors und Chrysler weiter ungewiss.

9.15 Uhr: Börse, tiefergelegt: Der Dax  startet mit einem Verlust von 4,1 Prozent in den Handel und fällt auf 4592 Zähler. Finanz- und Autotitel im Dax sind besonders schwer mitgenommen: Die Papiere von Daimler und BMW notieren jeweils rund 7 Prozent schwächer.

7.45 Uhr: Nach dem Scheitern des Rettungsplans für die US-Autobranche im amerikanischen Senat dürfte der Dax mit deutlichen Verlusten in den Handel starten. Zwar trifft es die deutschen Autobauer Daimler , BMW  und VW nicht unmittelbar, wenn die US-Konkurrenten GM, Ford und Chrysler keine schnelle Staatshilfe bekommen: Jedoch sind bei einer Pleite eines der Konzerne zahlreiche Zulieferer in Existenznot. Dies belastet die gesamte Branche.

7.30 Uhr: Der EU-Gipfel will das angepeilte Ziel für das europäische Konjunkturpaket senken. Das geht aus dem Entwurf für die Gipfelschlussfolgerungen hervor, den die französische EU- Ratspräsidentschaft am Freitag den Delegationen vorlegte. Darin heißt es, die Wirtschaftshilfen sollen sich auf "ungefähr 1,5 Prozent" des Bruttoinlandsprodukts belaufen. Die EU-Kommission hatte zuvor "mindestens 1,5 Prozent" festschreiben wollen.

7.00 Uhr: Kursrutsch in Asien: In Tokio ist der Nikkei  in Reaktion auf die Nachricht aus Washington um 5,6 Prozent gefallen. Die US-Börsen hatten angesichts der wachsenden Zweifel über eine Verabschiedung des Rettungspaketes im Senat schon am Vorabend nach Handelsschluss in Europa ihre Verluste ausgeweitet. Der Dow-Jones-Index fiel um 2,2 Prozent, der Nasdaq-Composite um 3,7 Prozent. Anschließend fanden die US-Autohilfen im US-Senat keine Mehrheit.

5.40 Uhr: Das 14-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die angeschlagene US-Autoindustrie ist im Senat geplatzt. Die Senatoren lehnten das Hilfsprogramm am Donnerstagabend mit 52 zu 35 Stimmen ab. Grund war eine Forderung der Republikaner nach raschen Lohnsenkungen bei den Automobilkonzernen Ford , General Motors  und Chrysler. Die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) erklärte sich laut republikanischen Angaben zwar zu den Lohnsenkungen bereit, jedoch nicht wie gefordert bereits im kommenden Jahr, sondern frühestens 2011.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, äußerte sich enttäuscht über das Scheitern eines Kompromissentwurfs, auf den sich Republikaner und Demokraten zuvor nach mehrstündigen Verhandlungen verständigt hatten. Reid sprach von einem "Verlust für das Land" und fügte hinzu: "Mir graut davor, morgen zur Wall Street zu schauen. Das wird kein erfreulicher Anblick sein."

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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