Samstag, 19. Oktober 2019

Krisenticker Finanznotstand in Kalifornien

3. Teil: BayernLB streicht 5600 Stellen

11.15 Uhr: Nun ist es offiziell: Die BayernLB streicht 5600 Stellen. Der Freistaat Bayern will die angeschlagene Landesbank unterdessen mit zehn Milliarden Euro unterstützen. Diese Summe werde Bayern ohne die Beteiligung des Bundes aufbringen, so Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU). Der Bund gewähre aber Garantien in Höhe von 15 Milliarden Euro.

Drastische Einschnitte: Die BayernLB will 5600 Stellen abbauen
10.40 Uhr: Die AIG Private Bank aus der Schweiz geht an eine Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi. Wie der inzwischen verstaatlichte US-Versicherer American International Group (AIG) am Montag mitteilte, kauft die Aabar Investments PJSC die vollständige Tochter des Konzerns aus New York. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

10.12 Uhr: Angesichts der immer tieferen Rezession in Japan wird die Notenbank am Dienstag zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Gouverneur Masaaki Shirakawa warnte am Montag in Tokio, an den Kreditmärkten verschlechterten sich die Bedingungen für Firmen in ähnlich rapider Weise wie vor rund zehn Jahren in der Asienkrise. Diese hatte zu einer Kreditklemme geführt. Experten erwarten, dass die Währungshüter nun den Kreditmarkt stützen, jedoch nicht sofort an der Zinsschraube drehen werden. Die Notenbank hatte ihren Leitzins im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute im Oktober bereits von 0,5 auf 0,3 Prozent gesenkt und hat damit kaum noch Spielraum. Experten warnen, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt drohe die längste Rezession ihrer Geschichte.

10.11 Uhr: Das britische Geldinstitut London Scottish Bank (LSB) ist pleite. Wie die Bank am Montag mitteilte, begab sie sich am Sonntag in den Gläubigerschutz. Das britische Finanzministerium kündigte an, für die LSB gegenüber ihren Privatkunden geradezustehen. Die Sparer würden trotz der Insolvenz ihr komplettes Geld ausgezahlt bekommen. Nach Angaben der Bank sind eine Reihe von Unternehmen an einer Übernahme der LSB interessiert. Es bleibe jedoch unklar, ob ein Geschäft zustande komme.

9.50 Uhr: Mit einem deutlichen Stellenabbau will die angeschlagene Bayerische Landesbank (BayernLB) offenbar einen Weg aus ihrer Krise finden. Von den weltweit rund 19.200 Stellen müssten 5600 gestrichen werden, hieß es laut Bankkreisen in einem am Montag vom Vorstand an die Mitarbeiter verschickten Schreiben. In der Kernbank seien rund 1000 Arbeitsplätze betroffen. Der Stellenabbau, der sich über die kommenden fünf Jahre bis 2013 erstrecken werde, sei "unvermeidbar", hieß es. Er solle "fair und transparent" umgesetzt werden. Eine Sprecherin der Bank wollte die Angaben gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren. Um 11 Uhr werde eine Pressemitteilung zu dem Thema verschickt, hieß es.

09.33 Uhr: Japans Notenbankchef Masaaki Shirakawa hat weitere Zinssenkungen in Japan als problematisch bezeichnet. Zusätzliche Zinssenkungen könnten insbesondere auf dem nationalen Geldmarkt zu Problemen führen, sagte Shirakawa am Montag nach einer Unterredung mit Unternehmensvertretern in Fukuoka. Jüngste Konjunkturdaten hätten zudem den ernsten Zustand der japanischen Wirtschaft unterstrichen. "Auf unserer nächsten Zinssitzung werden wir die Abwärtsrisiken für die Konjunktur genau untersuchen." Die japanische Notenbank hatte den Leitzins im Oktober wegen der Finanzkrise erstmalig seit sieben Jahren gesenkt. Das Zinsniveau wurde von 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent verringert

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