Royal Bank of Scotland Vorübergehend verstaatlicht

Der britische Staat wird Mehrheitseigner der Royal Bank of Scotland. Da die Großbank für eine Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Pfund keine privaten Investoren fand, kauft nun der Staat die Aktien. Der Steuerzahler hat schon jetzt damit mehr als zwei Milliarden Pfund verloren.

London - Die britische Regierung wird mit Hilfe des britischen Bankenrettungspakets zudem RBS-Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Pfund erwerben. Damit summiert sich der Anteil des Staats an der Großbank auf fast 58 Prozent.

Neben der RBS bedienen sich auch die vor einer Fusion stehenden Finanzinstitute Halifax Bank of Scotland und Lloyds TSB  mit insgesamt 17 Milliarden Pfund aus dem Rettungspaket der Regierung, nachdem sie wegen der Weltwirtschaftskrise in Schieflage geraten waren. Damit wird der Staat an dem neuen Bankenriesen einen Anteil von mehr als 40 Prozent halten. Die beiden übrigen Großbanken HSBC  und Barclays  waren bislang ohne staatliche Rettungsinvestitionen ausgekommen.

RBS-Chef Stephen Hester bedauerte, dass die bereits existierenden Anteilseigner nur einen Bruchteil der angebotenen neuen Aktie zeichneten. Ziel sei es nun, das Geschäft wieder aufzubauen, nachdem die Kreditkrise die Bank in die Knie gezwungen habe. Nach Abschreibungen von 5,9 Milliarden Pfund hatte RBS im August für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs erstmals einen Verlust in Höhe von 692 Millionen Pfund ausgewiesen.

Da der Preis von 65,5 Pence pro Aktie um 10 Pence über dem aktuellen RBS-Börsenwert liegt, hat der Steuerzahler mit dem Geschäft bereits 2,3 Milliarden Pfund verloren. Erst in der vergangenen Woche hatten die RBS-Aktionäre den Weg für das Einspringen der Regierung frei gemacht. Dadurch unterliegt die Bank Beschränkungen, etwa bei der Bezahlung ihres Managements oder bei der Dividendenausschüttung.

Nach Darstellung der Regierung handelt es sich dennoch um keine echte Verstaatlichung, denn der Staat wolle die Aktien nur vorübergehend halten, bis die Banken wieder stark genug sind. Bislang kontrolliert die Regierung in London die verstaatlichten Hypothekenbanken Northern Rock  und Bradford & Bingley.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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