ThyssenKrupp Sparprogramm und düsterer Ausblick

ThyssenKrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Nettoergebnis gesteigert. Der Stahlkonzern blickt wegen der Konjunkturflaute jedoch düster in die Zukunft und kündigt ein milliardenschweres Sparprogramm an. Kurzarbeit und zeitweiliger Stillstand der Produktion sind möglich.

Düsseldorf - Der Umsatz sei im Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende September) auf 53,4 (51,7) Milliarden Euro gestiegen, teilte ThyssenKrupp  am Freitag mit. Der Nettogewinn habe auf 2,28 (2,190) Milliarden Euro zugelegt. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 53,28 Milliarden Euro gerechnet und den Überschuss vor Anteilen Dritter auf 2,092 Milliarden Euro beziffert.

ThyssenKrupp verzichtete auf eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2008/09. Der Konzern erwartet wegen des Einbruchs in der Auto-, Maschinenbau- und Bauindustrie jedoch einen "deutlichen Umsatzrückgang. Dies wird sich im Ergebnis entsprechend niederschlagen", teilte der Konzern am Freitagmorgen weiter mit.

Dividende soll stabil bleiben

Gleichwohl will der Konzern seinen Aktionären eine unveränderte Dividende zahlen. Der Hauptversammlung werde eine unveränderte Dividende von 1,30 Euro je Aktie vorgeschlagen.

Um Ergebnis und Liquidität zu sichern, kündigte ThyssenKrupp an, die Kosten zu senken und Investitionen eventuell zu verschieben. Zudem könnten weitere Verkäufe von Randbeteiligungen anstehen. Es seien klare Maßnahmen getroffen worden, um die Kosten im Konzern zu reduzieren. Zum Umfang machte das Düsseldorfer Unternehmen keine Angaben - in der Presse war zuletzt von einer Milliarde Euro an Einsparungen geschrieben worden.

Sparprogramm: Kurzarbeit möglich

Der Industriekonzern ThyssenKrupp schließt mögliche Personalmaßnahmen als Reaktion auf die Wirtschaftskrise nicht aus. Produktionsstillstände, Kurzarbeit oder Personalanpassungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Freitag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Essen. "Sie werden von der Tiefe und der Dauer der weltwirtschaftlichen Krise abhängen." Darüber hinaus sollten weitere Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt werden.

Die Konsequenzen der Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft seien schwer abzuschätzen. Insgesamt rechnet ThyssenKrupp mit einem deutlichen Umsatzrückgang, "dessen Ausmaß zurzeit noch nicht abgeschätzt werden kann". Dies werde sich auch im Ergebnis niederschlagen. Eine konkrete Prognose wagte ThyssenKrupp für 2009/2010 nicht.

Stahlgeschäft vor schweren Zeiten

Stahlgeschäft vor schweren Zeiten

Im Stahlgeschäft sei im seit Anfang Oktober laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 mit einer Verschiebung von Aufträgen und einem massiven Lagerabbau bei den Kunden zu rechnen. "Dies wird im laufenden Geschäftsjahr zu einem Rückgang des Stahlverbrauchs führen", sagte Schulz. ThyssenKrupp profitiere aber von seinem hohen Anteil an Langfristverträgen. Auch im Edelstahlgeschäft bleibe die Situation kurzfristig angespannt. Es sei auch hier mit einer schwächeren Nachfrage zu rechnen.

In der Sparte Technologies sichere der Auftragsbestand bereits heute rund zwei Drittel des geplanten Umsatzes für das laufende Jahr, reicht weit in die Folgejahre und weist zudem eine hohe Ergebnisqualität auf. Im Aufzuggeschäft plant ThyssenKrupp weitere strategische Zukäufe vor allem in Asien und Osteuropa. Margen und Gewinne in der Sparte Elevator sollten weiter ausgebaut werden.

Konzern will 2010 auf Wachstumspfad zurückkehren

2010 will ThyssenKrupp  wieder auf den "Wachstumspfad zurückkehren". Vorraussetzung sei, dass die Weltwirtschaft sich wieder erhole und an Wachstumstempo gewinne. "Wir sind überzeugt, dass unsere 2005 aufgelegte Wachstumsstrategie richtig ist", hieß es. Beeinträchtigungen wie durch die Finanzkrise könnten zu zeitlichen Verschiebungen führen, der langfristige Unternehmenserfolg bleibe davon aber unberührt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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