GM-Opel Saab wird vollständig übernommen

Der US-Konzern General Motors und seine deutsche Tochter Opel wollen den schwedischen Autobauer Saab vollständig übernehmen.

Rüsselsheim/Detroit - Das teilten die Konzerne am Montag mit. Opel und GM wollen noch im Januar die restlichen 50 Prozent der Aktienanteile an der Saab Pkw-Sparte von der schwedischen Finanzholding Investor AB erwerben. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Die Option war bereits 1996 mit der schwedischen Wallenberg-Gruppe vertraglich vereinbart worden. GM-Präsident Richard Wagoner erklärte auf der Internationalen Auto Show in Detroit, Saab habe in den vergangenen zehn Jahren große Erfolge erzielt und die Marke international bekannt gemacht. Die Übernahme aller Anteile sei ein logischer Schritt, künftig könnten neue Saab-Modelle noch schneller und effektiver entwickelt werden.

Saab produzierte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr knapp 128.000 Autos. Der Konzern beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Wichtigste Märkte sind die USA, Großbritannien, Schweden und Deutschland.

Saab soll eigenständige Marke bleiben

"Wir sind sehr froh über diese Entscheidung", sagte ein Saab-Sprecher: "Es sei nie ideal, wenn ein Unternehmen zwei gleich starke Besitzer habe, die die Schritte des anderen jeweils genau beobachteten. GM und Opel hatten im März 1990 die Hälfte der Aktien sowie die unternehmerische Führung von Saab übernommen. Dabei liegen 32 Prozent bei Opel und 18 Prozent bei GM. Auch die neuen Anteile sollen in diesem Verhältnis auf GM und Opel übertragen werden.

Saab soll auch künftig als eigenständige Marke des GM-Konzerns bestehen bleiben. Darüber hinaus schafften die neuen Eigentumsverhältnisse bessere Chancen im Bereich der technischen Entwicklung bei den Schwesterfirmen Opel und Saab.

Für die schwedische Wallenberg-Gruppe als früherem Saab-Haupteigner sagte Marcus Wallenberg, Chef der Finanzgesellschaft Investor: "Wir sind überzeugt, dass Saab bessere Zukunftsaussichten als Teil der GM-Gruppe mit ihrem enormen Volumen und einer globalen Organisation hat." Die Gesamtverluste von Saab in den neunziger Jahren summierten sich auf zwölf Milliarden Kronen (2,8 Milliarden Mark). Erstmals schwarze Zahlen schrieb das hinter Volvo kleinere der beiden traditionsreichen schwedischen Autounternehmen im zweiten Halbjahr 1998. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres erwirtschaftete Saab ein Plus von 175 Millionen Kronen.