Samstag, 20. Juli 2019

US-Immobilien Verluste bis zu acht Billionen Dollar

Der Crash des US-Immobilienmarkts ist Ausgangspunkt der Kreditkrise. Solange die Häuserpreise fallen, ist kein Ende der Krise in Sicht. Doch von einer Stabilisierung ist der Immobiliensektor noch weit entfernt: Der Preisrutsch beschleunigt sich sogar. Für die US-Konsumenten stehen acht Billionen Dollar auf dem Spiel.

Washington - Drei Tage in Folge ist der Dow Jones Börsen-Chart zeigen inzwischen gestiegen und hat während dieser Erholung mehr als 1000 Punkte zugelegt. Doch die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass die US-Wirtschaft noch weit von einer Erholung entfernt ist: Die US-Bürger geben nicht nur deutlich weniger Geld aus. Sie haben auch weiterhin Probleme, ihre Kredite zu bedienen.

Die privaten Konsumausgaben sind in den USA im Oktober um 1 Prozent zurückgegangen - das ist der stärkste Rückgang seit 2001. Viele US-Bürger sind zudem in einer handfesten Kreditklemme, da vielfach die Zinsen für ihre Hypothekenkredite steigen, während der Wert ihrer Immobilie sinkt.

Privater Vermögensverlust bis zu acht Billionen Dollar

Die Preise fallen: Für US-Bürger stehen bis 2011 etwa 8000.000.000.000 Dollar auf dem Spiel
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Die Preise fallen: Für US-Bürger stehen bis 2011 etwa 8000.000.000.000 Dollar auf dem Spiel
Eine Fortsetzung des Preisrutsches hat dramatische Folgen für US-Konsumenten. Bei mehr als 20 Millionen US-Haushalten, so die Schätzung von Volkswirten, dürfte bis zum Jahr 2011 der auf die jeweilige Immobilie aufgenommene Kredit höher sein als der eigentliche Wert des Hauses.

Der Grund: In den Boomjahren zwischen 2000 und 2006 hatten Hausbesitzer auf ihre scheinbar endlos steigenden Häuserwerte immer neue Kredite aufgenommen. Seit die Häuserpreise fallen, haben sie nun ein handfestes Problem. Der Vermögensverlust der Hausbesitzer wird bis zum Jahr 2011 auf bis zu acht Billionen Dollar geschätzt.

Preisverfall beschleunigt, Neubaukäufe auf 18-Jahres-Tief

Grundlage dafür sind beunruhigende Nachrichten vom US-Immobilienmarkt. Am Dienstag zeigte der Case-Shiller-Index an, dass sich der Preisverfall bei US-Immobilien zwischen Juli und September beschleunigt hat. Im abgelaufenen dritten Quartal betrug der durchschnittliche Preisrutsch in 20 ausgewerteten Metropolregionen 17,4 Prozent - das ist so viel wie noch nie.

Am Mittwoch kamen weitere schlechte Nachrichten hinzu. In den USA ist die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im Oktober deutlich stärker als erwartet gesunken. Im Oktober wurden nur 433.000 neue Häuser verkauft, teilte das US-Handelsministerium mit. Das sind 5,3 Prozent weniger als im Oktober 2007 und so wenig wie seit fast 18 Jahren nicht mehr.

Offenbar erwarten auch viele Hauskäufer, dass die Häuserpreise in vielen Regionen noch lange keinen Boden gefunden haben.

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