Inflation Mineralölpreise lassen Teuerung anziehen

Der Preisanstieg für die Lebenshaltung in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefstens Stand seit 1991 gesunken. Im Dezember stieg die Teuerung allerdings wieder stärker an als erwartet.

Wiesbaden - Mit nur 0,6 Prozent Steigerung ist 1999 das Jahr mit der geringsten Veränderung seit dem Beginn der Indexberechnungen 1999, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Gleichzeitig habe sich jedoch der Preisanstieg seit Juni 1999 im Jahresvergleich weiter beschleunigt. So stieg der Index im Dezember um 1,2 Prozent nach 1,0 Prozent im November und 0,8 Prozent im Oktober.

Ausschlaggebend hierfür sind laut Bundesamt die in den letzten Monaten stark gestiegenen Mineralölpreise. So verteuerte sich leichtes Heizöl im Dezember im Vergleich zum Vormonat nochmals um 8,4 Prozent und war damit 68,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Auch die Kraftstoffrpeise zogen nach Angaben des Bundesamtes im Dezember gegenüber November nochmals um 2,6 Prozent an und lagen damit um 20,5 Prozent über dem Vorjahresstand.

Billiger wurden dagegen Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, die im Jahresabstand um 1,9 Prozent fielen. Die Strompreise sanken im selben Zeitraum um 0,7 Prozent. Dies ist nach Ansicht des Bundesamtes auf die Liberalisierung der deutschen Strommärkte am Jahresende zurückzuführen. Die Preiserhöhungen im Zuge der ersten Stufe der ökologischen Steuereform am 1.April 1999 seien damit mehr als kompensiert worden, hieß es weiter.

Leichte Unterschiede lassen sich laut Bundesamt bei der Aufteilung in alte und neue Bundesländer feststellen. So stiegen die Lebenshaltungspreise in den alten Bundesländern im Jahresdurchschnitt 1999 um 0,7 Prozent gegenüber 0,4 Prozent in den neuen Ländern. Diese Differenz sei im wesentlichen auf die geringere Bedeutung des Heizöls für die ostdeutschen Haushalte zurückzuführen, hieß es weiter.