Konjunktur Privatkonsument als Stütze

Das Statistische Bundesamt hat seine Prognose bestätigt - das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im dritten Quartal leicht gesunken. Wäre der private Konsum nicht gewesen, sähe die Lage noch schlechter aus. Denn die Privatausgaben legten etwas zu.

Berlin - Der sinkende Export hat die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal in die Rezession gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Juli bis September um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, bestätigte das Statistische Bundesamt am Dienstag seine erste Prognose. Es schrumpfte damit das zweite Mal in Folge, was nach gängiger Definition als Rezession gilt. Das hatte es zuletzt 2003 gegeben.

Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung bereits um 0,4 Prozent zurückgegangen. In den kommenden Quartalen dürfte es weiter bergab gehen: Experten rechnen frühestens im Sommer 2009 wieder mit Wachstum. Von der Konjunkturlokomotive zur -bremse entwickelte sich der Export. Er schrumpfte um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, während die Importe um 3,8 Prozent zulegten. Dagegen stützten die Verbraucher mit ihren Ausgaben die Konjunktur: Der private Konsum legte um 0,3 Prozent zu. Der Staat fuhr seine Konsumausgaben sogar um 0,8 Prozent nach oben. Auch die Bauinvestitionen zogen mit 0,3 Prozent leicht an. Die Unternehmen investierten allerdings erstmals seit knapp zwei Jahren weniger in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen. Hier gab es ein Minus von 0,5 Prozent.

"Rezession bis mindestens Mitte 2009"

Ökonomen rechnen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2009 mit einer Erholung. "Wir werden eine Dauerrezession bekommen - mindestens bis zur Jahresmitte und mit dem Risiko, dass sie noch länger dauert", sagte UniCredit-Analyst Andreas Rees. Der Export falle vorerst als Konjunkturstütze weg. Die weltweite Konjunkturflaute werde die Nachfrage nach deutschen Produkten stark drücken. Die deutsche Autoindustrie meldete bereits massive Absatzeinbrüche.

Einziger Lichtblick ist der private Konsum, der im Sommer stieg und einen größeren Absturz der Wirtschaft verhinderte. Er dürfte auch am Jahresende die Konjunktur stabilisieren. Darauf deutet das Konsumklima hin, für das die GfK-Marktforscher im Dezember der zweite Anstieg in Folge prognostizieren. "Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, schlägt sich insgesamt aber nicht auf die Konsumlaune der Verbraucher nieder", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das könne sich aber schnell ändern, sollte die Zahl der Arbeitslosen wie erwartet wieder spürbar steigen.

Für 2008 rechnen die meisten Experten wegen des starken Jahresbeginns noch mit einem Wachstum von etwa 1,7 Prozent. Für das kommende Jahr erwarten die Experten bestenfalls eine Stagnation, viele befürchten sogar ein deutliches Minus.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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