Konjunktur Geschäftsklima auf 15-Jahres-Tief

Gemessen am Ifo-Index ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft den sechsten Monat in Folge gesunken. Und das kräftiger als erwartet. Der Index notiert auf 15-Jahres-Tief - doch Anleger hatten sich bereits auf schlechte Nachrichten eingestellt.

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November wegen der Finanzkrise den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 90,2 auf 85,8 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit Februar 1993.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 88,7 Punkte gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl die Lage als auch die Aussichten schlechter ein als im Vormonat. Der Indikator, so deren Wertung, dürfte so bestätigen, dass sich die Rezession in Deutschland zunächst noch vertiefen werde. Analyst Ralf Umlauf hat damit recht behalten: "Die Konsensschätzung eines nur leichten Ifo-Rückgangs könnte enttäuscht werden", sagte er noch vor Veröffentlichung des Index.

"Die Unternehmen wollen ihre Produktion drosseln und ihren Stamm an Arbeitskräften reduzieren", sagte Ifo-Experte Klaus Abberger am Montag zu Reuters. "Die Realwirtschaft steckt jetzt in der Rezession."

Tatsächlich sei die Stimmung so schlecht, dass sie nur eine deutliche Kehrtwende nachhaltig verbessert werden könne, so die Einschätzung der Experten. An der Börse indes konnte der Dax  sich trotz dieser Nachricht bei seinem deutlichen Plus halten.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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