Luftfahrt EADS erhöht Prognose

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht wegen der Probleme mit dem Militärtransporter A400M sein Gewinnziel in Gefahr. Dennoch hebt der Airbus-Mutterkonzern die Prognose an: Die Aktie legt deutlich zu.

Paris - Zwar rechnet das Management beim Gewinn vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten - bei EADS als EBIT bezeichnet - nun mit mehr als den bislang angepeilten 1,8 Milliarden Euro. Allerdings seien weitere Belastungen bei dem Militärtransporter darin nicht enthalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zugleich kündigte das Management weitere Verzögerungen auf dem Weg zum Erstflug des A400M an.

"Das A400M-Programm steht weiter unter Druck", sagte EADS-Chef Louis Gallois. Es fehle ein abgestimmter und verlässlicher Zeitplan für das Antriebssystem.

Daher seien weitere Verschiebungen im Zeitplan absehbar. EADS wechselte daher sogar die Bilanzierungsmethode. Nun gelten wieder die Regeln für eine frühe Auftragsphase, was den Umsatz um 803 Millionen Euro nach oben trieb. Das Unternehmen sei entschlossener denn je, das Problem in den Griff zu bekommen, sagte Gallois.

Die Aktie profitierte am Morgen von den Nachrichten. Der Kurs legte in Paris zu Handelsbeginn um 8,67 Prozent auf 12,905 Euro zu.

Gewinn steigt trotz Belastung

In den ersten neun Monaten des Jahres steigerte der Konzern sein EBIT von minus 353 Millionen auf plus 2,02 Milliarden Euro, trotz der Belastung durch den A400M. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,08 Milliarden Euro nach einem Verlust von 705 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Den Umsatz steigerte EADS in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 29,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 28,85 Milliarden gerechnet hatten. Der Auftragseingang legte im Vergleich zum Vorjahr von 82,4 auf 88,7 Milliarden Euro zu. Der Auftragsbestand wuchs seit dem Jahreswechsel von 339,5 auf 400,7 Milliarden Euro Ende September.

Airbus steigert Umsatz und Gewinn - 9 Milliarden Euro Cash

Die größte Konzerntochter Airbus steigerte ihre Erlöse in den ersten drei Quartalen um drei Prozent auf 19,4 Milliarden Euro und traf damit fast genau die Analystenprognose. Das EBIT des Flugzeugbauers kletterte von minus 677 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet EADS weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro. Der Konzern will jetzt sogar mehr als die bislang angepeilten 470 Flugzeuge ausliefern. Außerdem rechnet das Management weiterhin mit mehr als 850 Flugzeugbestellungen. Bis Ende September hat Airbus netto bereits Aufträge für 737 Flieger verbucht.

Neben den Kostensenkungsprogrammen "Power8" und "Power8 Plus" arbeitet der Konzern derzeit an einem Plan namens "Future EADS". Dieser solle in den Jahren 2011 und 2012 zu weiteren Kosteneinsparungen von mindestens 200 Millionen Euro führen.

Bei den Finanzen sieht sich EADS gut aufgestellt. Die Nettoliquidität sei mit neun Milliarden Euro auf Rekordniveau, hieß es in der Mitteilung. Zudem verfüge der Konzern über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von drei Milliarden Euro. Der Free Cash Flow soll vor dem Einfluss von Kundenfinanzierungen auf mehr als 2 Milliarden Euro steigen und damit doppelt so hoch ausfallen wie bisher angenommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa