Krisenticker Citigroup plant Massenexodus

Das Konsumklima in den USA ist so schlecht wie noch nie seit Einführung der Statistik 1992. Die Citigroup will bis zu zehn Prozent der Arbeitsplätze streichen. S&P ratet den Staat Ecuador mit "CCC+minus". Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.02 Uhr: Belastet von Konjunktursorgen haben die US-Börsen die Woche tief im Minus beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Abschlag von 3,8 Prozent auf 8497 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab 4,2 Prozent auf 872 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar fünf Prozent auf 1516 Punkte.

20.47 Uhr: Laut einer Meldung des "Wall Street Journal" will der Finanzkonzern Citigroup bald einen umfangreichen Stellenabbau bekanntgeben. Die Kürzungen könnten bis zu zehn Prozent der Belegschaft treffen, soll eine mit der Situation vertraute Person demnach gesagt haben.

20.35 Uhr: Standard & Poors hat das Kreditrating von Ecuador um weitere drei Stufen auf "CCC-minus" gesenkt. Die Ratingagentur begründet den Schritt damit, dass sich die Regierung des Landes weigert, Zinsverpflichtungen aus Bondgeschäften im Wert von 31 Millionen Dollar nachzukommen.

20.32 Uhr: Der CSU-Politiker Glos dämpft die Erwartungen, die einige Politiker mit ihrer Haltung zu einer Bürgschaft für Opel geweckt haben. Der Bundeswirtschaftsminister sagt der ARD, man werde den Antrag auch bezüglich der Sicherheiten genau prüfen. Man könne nicht verantworten, Steuergeld zu gefährden.

20.01 Uhr: Kurz vor dem Weltfinanzgipfel hat US-Präsident George W. Bush einer radikalen Reform der Finanzsysteme erneut eine Absage erteilt. Zwar sei es notwendig, die Regeln für die Finanzmärkte zu modernisieren, sagte Bush in einer am Freitag vorab veröffentlichten Radioansprache. Langfristig müsse es jedoch vor allem darum gehen, ein stabiles Wachstum zu ermöglichen, denn staatliche Interventionen seien kein Allheilmittel.

19.02 Uhr: Bei der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) mehren sich nach den Worten des Vorstandschefs Dieter Puchta die Anfragen von Banken, die um Kooperation mit der staatlichen Förderbank nachsuchen, um weiterhin Kredite ausgeben zu können. "Unternehmen berichten von Finanzierungen, die vor vier Wochen noch standen und heute nicht mehr", sagte Puchta dem Internetportal der "Berliner Morgenpost". Er forderte den Senat auf, ein Investitionspaket in Milliardenhöhe aus Mitteln der IBB, des Landes und der EU zu schnüren und in die Sanierung von Gebäuden und den altersgerechten Umbau des Wohnungsbestandes zu stecken.

18.43 Uhr: Die KfW-Bankengruppe ist einem Zeitungsbericht zufolge durch die Finanzkrise tief in die Verlustzone geraten. In den ersten neun Monaten des Jahres habe die staatseigene Bank ein Minus von gut 1 Milliarde Euro verbuchen müssen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagausgabe. Es gebe in den ersten drei Quartalen einen "massiven Verlust bei der KfW", berichtet die Zeitung. Grund dafür seien unter anderem hohe Wertberichtigungen auf Staatsanleihen. Das operative Geschäft der Staatsbank verlaufe hingegen außerordentlich positiv.

Einzelhandel schockt die US-Börsen

Einzelhandel schockt die US-Börsen

18.25 Uhr: Die Talfahrt an der Wall Street geht weiter. Der Dow (Kurswerte anzeigen) gibt rund 350 Zähler ab und fällt unter 8500 Punkte.

18.15 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) rutscht weiter aber und verliert über 3 Prozent.

17.45 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) schließt mit 1,3 Prozent im Plus bei 4710 Punkten. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) liegt aktuell bei 8583 Punkten (minus 2,8 Prozent).

17.02 Uhr: Nach den schlechten Einzelhandelsdaten gibt der Dow-Jones-Index  kräftig nach. Die Kursrally vom Vortag ist verpufft.

16.19 Uhr: Die Umsätze der Einzelhändler in den USA sind wegen der Finanzkrise im Oktober so stark eingebrochen wie nie zuvor. Die Firmen erlösten 2,8 Prozent weniger als im Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Größer war das Minus noch nie seit Einführung der Statistik 1992.

15.40 Uhr: Der Dow Jones verliert zum Handelsstart 140 Punkte (1,5 Prozent). Die größte Belastung für die Wall Street: Der schwer angeschlagene US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat im dritten Quartal einen gigantischen Verlust von 25,3 Milliarden Dollar angehäuft und will den Staat um eine 13,8 Milliarden Dollar schwere Hilfe bitten. Bereits Anfang September waren Freddie Mac und Fannie Mae - die beiden größten Baufinanzierer der USA - wegen ihres drohenden Bankrotts in staatliche Obhut genommen worden. Fannie Mae hat im dritten Quartal einen Verlust von 29 Milliarden Dollar angehäuft.

15 Uhr: Der Rüsselsheimer Autobauer Opel versucht, sich gegen eine Schieflage seines US-Mutterkonzerns General Motors abzusichern. Die Unternehmensleitung habe sich an die Bundesregierung und die Bundesländer, in denen Opel-Werke sind, mit der Bitte um staatliche Bürgschaft gewandt, sagte ein Sprecher des Autobauers am Freitag. Opel bestätigte damit einer Bericht der Onlineausgabe des "Handelsblatt". Die Zeitung berichtet darüber hinaus unter Berufung auf Regierungskreise, die hessische Landesregierung erwäge bereits, eine Bürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro zu übernehmen. Der angeschlagene US-Autobauer General Motors  hatte vor kurzem erklärt, dem Konzern drohe im ersten Halbjahr 2009 das Geld auszugehen, falls es nicht zu weiteren Hilfen oder drastischen Schritten komme.

Nokia rechnet mit Absatzrückgang

Nokia rechnet mit Absatzrückgang

14 Uhr: Der Handy-Hersteller Nokia rechnet für 2009 wegen des wirtschaftlichen Abschwungs mit einem Absatzrückgang. Auch für das vierte Quartal dürften die Handyverkäufe niedriger ausfallen als bislang erwartet, teilte das Unternehmen mit. Man rechne nun mit branchenweiten Absätzen von 330 Millionen Euro. Der Nokia-Anteil am gesamten Handy-Markt hatte sich im dritten Quartal um zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent verringert. Die Aktie des Handyherstellers gab daraufhin deutlich nach.

13.30 Uhr: Die Landesbank Berlin (LBB) hat in den ersten neun Monaten wegen der globalen Finanzkrise Verluste geschrieben. Die Bank fuhr wegen weiterer Abschreibungen auf Wertpapiere einen Fehlbetrag von elf Millionen Euro ein, wie sie am Freitag in ihrem Zwischenbericht mitteilte. Im selben Zeitraum vor einem Jahr hatte noch ein Gewinn von gut 200 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

12.30 Uhr: Den europäischen Investmentbanken drohen nach Einschätzung von JP Morgan weitere Milliardenbelastungen wegen der Finanzkrise. Die Analysten sagen für die Institute im vierten Quartal weitere Abschreibungen von 17 Milliarden Euro voraus - mehr als im dritten Quartal. Dabei müssten die Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) und das britische Geldhaus Lloyds TSB (Kurswerte anzeigen) einschließlich der übernommenen Hypothekenbank HBOS mit jeweils rund vier Milliarden Euro die größten Lasten schultern. Insgesamt hätten die Investmentbanken in Europa auf strukturierte Finanzprodukte bislang 86 Milliarden Euro abgeschrieben, erklärte JP Morgan in einer am Freitag veröffentlichten Studie.

12 Uhr: Aktien von Continental  sind mit einem Kursplus von 40 Prozent an die Spitze des Dax  gesprungen. Die fränkische Schaeffler-Gruppe hat von der EU-Kommission grünes Licht für die formelle Anmeldung der Continental-Übernahme erhalten. Die EU habe jetzt 25 Tage Zeit, die Akquisition zu prüfen. Die Unsicherheit, dass die Übernahme auf Grund der Finanzkrise noch scheitere, sinke damit deutlich. Spekulationen, dass Porsche Schaeffler bei der Finanzierung der Übernahme unterstütze, wurden derweil von Porsche dementiert.

11.30 Uhr: Die EU ist nach den Worten von Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bereit, China und anderen aufstrebenden Wirtschaftsmächten mehr Gewicht in internationalen Finanzinstitutionen einzuräumen. Die Europäer seien sich bewusst, dass sie in Organisationen wie dem IWF überrepräsentiert seien, sagte Barroso. Daher bestehe bei ihnen die Bereitschaft, der wachsenden wirtschaftlichen Rolle der Schwellenländer Rechnung zu tragen. Das gelte insbesondere für China.

Eurozone rutscht in die Rezession

11.15 Uhr: Die Wirtschaft der Eurozone ist im dritten Quartal mit einem abermaligen Wachstumsminus in eine Rezession geglitten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Vierteljahr zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg auf Basis vorläufiger Daten mit. Experten hatten mit dem Rückgang gerechnet. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft des Euroraums ebenfalls um 0,2 Prozent geschrumpft. Ökonomen sprechen gemeinhin von einer Rezession bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten.

11 Uhr: Nach Deutschland ist auch Italien nach einem abermaligen Wachstumseinbruch im dritten Quartal in eine Rezession geglitten. Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,5 Prozent zurückgegangen, teilte die italienische Statistikbehörde ISTAT mit. Bereits im zweiten Quartal war die italienische Wirtschaft um 0,4 Prozent geschrumpft.

Zudem steht auch Spanien am Rande einer Rezession. Erstmals seit 15 Jahren ist die Wirtschaft des Landes im dritten Quartal geschrumpft - um 0,2 Prozent. Das teilte am Freitag das Nationale Statistik-Institut (INE) in Madrid mit. Nach Ansicht der Experten wird dieser Abwärtstrend auch im vierten Quartal anhalten.

10 Uhr: Das Amtsgericht in Frankfurt am Main hat das Insolvenzverfahren über die Lehman Brothers BankhausAktiengesellschaft in Deutschland eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Michael C. Frege bestellt, wie das Gericht am Freitag mitteilte. "Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgte auf Antrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)", erklärte das Gericht weiter. Nach dem Gesetz sei allein die Finanzaufsicht berechtigt, einen Insolvenzantrag über das Vermögen eines Kreditinstitutes zu stellen.

9.15 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) ist mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Zu Beginn war es ein Kursplus von knapp 4 Prozent. Zu den größten Gewinnern gehören die Deutsche Bank und die Commerzbank, die jeweils mehr als 5 Prozent zulegen.

Grund für die Kursrally: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) hatte am Vorabend 552 Punkte (6,6 Prozent) zugelegt - das ist nach Punkten der dritthöchste Gewinn in der Geschichte des Index. Im Handelsverlauf hatte der Dow stark geschwankt und zeitweise nur noch 81 Punkte über seinem 5-Jahres-Tief notiert: Die Schwankungsbreite des Index betrug 911 Punkte innerhalb eines Tages. "Ein klares Zeichen, wie nervös die Marktteilnehmer immer noch sind", sagte ein Händler. Ob der Weltfinanzgipfel der G20 an diesem Wochenende die Sorgen vertreiben kann, ist jedoch ungewiss. Der künftige US-Präsident Barack Obama nimmt nicht teil, und die Teilnehmer der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sind sich über die Ziele nicht einig.

8.35 Uhr: Der in der Finanzkrise sinkende Ölpreis hat die Inflation in Deutschland im Oktober deutlich gebremst. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum September sanken die Preise um 0,2 Prozent. Noch im Juni und Juli hatte die Inflationsrate mit jeweils 3,3 Prozent ihren Höchststand erreicht.

8.00 Uhr: Der Gewinn der französischen Großbank Credit Agricole  ist im dritten Quartal nicht so stark gesunken wie von Experten erwartet. Der Überschuss sei wegen eines Verlusts in der Sparte Investmentbanking um 62 Prozent auf 365 Millionen Euro gesunken, teilte die Bank am Donnerstagabend nach Börsenschluss in Paris mit. Analysten hatten mit einem Gewinnrückgang auf rund 300 Millionen Euro gerechnet. Neben dem Verlust im Investmentbanking belastete die erhöhte Risikovorsorge das Ergebnis der Bank. Credit Agricole gab keinen Ausblick für 2009, die Probleme im Investmentbanking hätten jedoch im Oktober angehalten.

7.15 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat angesichts der Rezession in Deutschland vor zu hohen Erwartungen in staatliche Maßnahmen gewarnt. Im Bayerischen Rundfunk sagte Steinbrück: "Wir müssen uns klar vor Augen halten: Das ist eine weltweite Entwicklung, wo ich nicht irgend jemandem vormachen möchte und Sand in die Augen streuen möchte, dass wir durch nationale klassische Konjunkturprogramme gegen einen solchen weltweiten Trend ansubventionieren können." Das, was die Regierung versuche in Gang zu setzen, sei ein gewisser Schutzschirm für Arbeitsplätze. "Aber wir gehen erkennbar einem sehr schwierigen Jahr 2009 entgegen."

7.11 Uhr: Die Royal Bank of Scotland (RBS)  hat die Streichung von weltweit 3000 Stellen in den kommenden Wochen angekündigt. Betroffen seien vor allem Mitarbeiter, die mit internationalen Bankgeschäften sowie Börsengeschäften betraut sind, berichtete der britische Rundfunk BBC am Freitagmorgen. Im Kreditbereich der Bank soll es demnach keine Stellenkürzungen geben. Die RBS war im Zuge der internationalen Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und hatte als eine von drei britischen Finanzinstituten Gelder aus dem Banken-Rettungsplan des Landes erhalten.

7.10 Uhr: Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hat eine Kommission zur Aufarbeitung der Finanzkrise gefordert. "Ich schlage vor, eine unabhängige Kommission, hochrangig angesiedelt, damit zu beauftragen, die Ursachen der Krise aufzuarbeiten und innerhalb eines überschaubaren Zeitraums einen Bericht vorzulegen", schreibt Röttgen in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" . Nur aus einer solchen Analyse könnten dann die notwendigen Schlussfolgerungen abgeleitet werden.

6.59 Uhr: Angesichts einbrechender Autoabsätze erwägt der Stuttgarter Daimler-Konzern  kürzere Arbeitszeiten für seine Belegschaft. "Je nachdem wie es weitergeht, könnten Arbeitszeitverkürzungen ein weiterer Schritt sein", sagte Firmenchef Dieter Zetsche in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). Ob Stellenstreichungen drohen, sei derzeit aufgrund des unklaren Marktumfeldes nicht vorhersehbar. "Wir müssen unsere Produktion der gesunkenen Nachfrage ständig anpassen. Es macht keinen Sinn, Autos auf Halde zu bauen", betonte Zetsche.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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