Jahresgewinn Henkel senkt Prognose

Henkel hat seine Ergebnisziele für 2008 erneut leicht nach unten korrigiert. Zu kräftig schlugen zuvor die hohen Rohstoffpreise und Kosten für den Konzernumbau auf den Gewinn durch - trotz deutlichen Umsatzanstiegs im dritten Quartal. Jetzt soll unter anderem der Abbau von rund 3000 Arbeitsplätzen die Umsatzrendite in die Höhe treiben.

Düsseldorf - Trotz der "schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" habe der Konzern ein "gutes organisches Umsatzwachstum" erzielt, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted. Der Umsatz sei nicht zuletzt durch die milliardenschwere Übernahme einiger Geschäftssparten des Konkurrenten National Starch im dritten Quartal um 12 Prozent auf 3,76 Milliarden gestiegen. Bereinigt um Zukäufe legten die Erlöse um 3,5 Prozent zu.

Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank unter anderem durch Restrukturierungskosten in Höhe von 181 Millionen Euro auf 191 Millionen. Henkel  blieb damit beim Gewinn über den Erwartungen des Marktes. Von Reuters  befragte Analysten hatten mit einem Ebit von 169 Millionen Euro und einem Reingewinn von 74 Millionen Euro gerechnet.

Der Düsseldorfer Konzern, der bereits im zweiten Quartal Abstriche bei seinen Prognosen machen musste, kürzte seine Gewinnerwartung erneut. Das um Einmaleffekte bereinigte Ebit solle nun um "etwa 10 Prozent" steigen. Zuvor lautete die Zielmarke "am unteren Ende des mittleren Zehnprozentbereichs". Beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie erwartet Rorsted ein Plus "im niedrigen einstelligen Prozentbereich". Damit steht Henkel allerdings nicht alleine: Auch der US-Wettbewerber Procter & Gamble  hatte seine Gewinnziele angesichts der weltweiten Konjunktureintrübung senken müssen.

Federn ließ Henkel vor allem im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Hier drückten gestiegene Rohstoffkosten den Gewinne, da höhere Materialkosten nur teilweise durch Preiserhöhungen aufgefangen werden konnten. Das Ebit der Sparte sank von zuvor 126 Millionen auf 117 Millionen Euro. Gewinnzuwächse verzeichnete Henkel dagegen bei Kosmetik und im Klebstoffgeschäft.

Den Umsatz konnte Henkel vor allem in Wachstumsregionen wie Osteuropa steigern. In Westeuropa und dem umkämpften deutschen Heimatmarkt gingen die Erlöse dagegen zurück. Für das Gesamtjahr erwartet Henkel weiter ein organisches Umsatzwachstum von drei bis 5 Prozent. Henkel rangiert damit in etwa auf Augenhöhe mit dem französischen Wettbewerber L'Oreal, der mit einem Umsatzplus von 4 Prozent rechnet.

Der Hamburger Konkurrent Beiersdorf  erwartet dagegen ein Umsatzplus von über acht Prozent. Bis 2012 will Henkel jährlich den Umsatz zwischen 3 und 5 Prozent steigern. Die bereinigte Umsatzrendite - im Quartal bei 10,4 Prozent - soll auf 14 Prozent steigen.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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