Telekom Überraschender Gewinnanstieg

Die Deutsche Telekom hat ihr Ergebnis dank ihres straffen Sparprogramms im abgelaufenen Quartal überraschend gesteigert. Der Umsatz ging allerdings zurück. Vor allem im heimischen Festnetzgeschäft, aber auch im Mobilfunkbereich hat das Unternehmen zu kämpfen. Hoffnungsträger ist das mobile Internet.

Bonn - Der Gewinn der Deutsche Telekom  vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte auf Grund von Kosteneinsparungen um 2,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, wie der Konzern in Bonn mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Für das kommende Jahr erwartet der Konzern erneut nur ein stabiles bis leicht steigendes Ebitda. Die Prognose für das laufende Jahr von rund 19,3 Milliarden Euro wurde bestätigt.

Der Umsatz der Telekom ging unterdessen um 1,5 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zurück. Hier machten sich erneut der im Vergleich zum Vorjahr immer noch starke Dollar und das starke Pfund bemerkbar. Über die ersten neun Monate hatten Wechselkursveränderungen die Umsätze um rund 1,5 Milliarden Euro gemindert. Die Telekom befindet sich in einer Umbauphase. Insgesamt sollen bis 2010 bis zu 4,7 Milliarden Euro eingespart werden. Bis zum dritten Quartal beliefen sich die Einsparungen aus dem Sparprogramm "Save for Services" auf rund 3,5 Milliarden Euro.

Der bereinigte Überschuss stieg überraschend von 1,06 Milliarden auf 1,2 Milliarden Euro. Die Telekom führte diesen Anstieg vor allem auf einen einmaligen Steueraufwand im Vorjahresquartal, niedrigere Abschreibungen und Personalaufwendungen zurück. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten bei Ebitda und Überschuss. Diese hatten mit einem Ebitda von durchschnittlich 5,04 Milliarden Euro und einem Umsatz von 15,67 Milliarden Euro gerechnet. Den bereinigten Überschuss hatten die Experten bei 892 Millionen Euro gesehen.

Der Telekom macht immer noch der harte Wettbewerb auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Die Zahl der Festnetzanschlüsse sank erneut um 574.000. Im DSL-Geschäft konnte die Telekom unterdessen Marktanteile gut machen. Der Anteil von 49 Prozent im dritten Quartal liegt über der Gesamtjahresprognose von 45 Prozent. Die Zahl der DSL-Neukunden von 344.000 entsprach allerdings dem Niveau vom Vorquartal.

Auch im Mobilfunkgeschäft schmälerte die Konkurrenz auf dem deutschen Markt den Umsatz. Beim Ergebnistreiber T-Mobile USA machte sich erneut der im Vergleich zum Vorjahr schwache Dollar bemerkbar. Probleme bereitet auch weiterhin die Entwicklung in Großbritannien. Neben dem schwachen Pfund belasteten hier auch Wettbewerb und regulatorische Eingriffe die Entwicklung. Die Umsätze bei der mobilen Datennutzung stiegen in Europa unterdessen um 45,3 Prozent auf 380 Millionen Euro, in den USA legten sie um 27,6 Prozent auf 833 Millionen Dollar zu. Die Telekom setzt auf das mobile Internet als Wachstumsstrategie.

Die Zuspitzung der Finanzmarktkrise habe sich bislang auf das operative Geschäft nicht ausgewirkt, erklärte Konzernchef Rene Obermann. "Die Deutsche Telekom ist finanztechnisch stabil aufgestellt." Die Finanzierung stehe kurz- und mittelfristig auf einer stabilen Grundlage. Aber auch die frei verfügbaren Mittel (Free Cash-flow) sollen bei rund 6,6 Milliarden Euro in diesem und im kommenden Jahr stagnieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afxp und reuters

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