Krisenticker Dow verliert fast 1000 Punkte in 2 Tagen

Der IWF sieht die Weltwirtschaft erstmals seit 1945 in eine Rezession rutschen. Die Börsen in Europa und USA gehen daraufhin erneut auf Tauchstation. Dass die Reform der deutschen Erbschaftsteuer endlich vereinbart ist, tröstet da kaum jemanden. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.05 Uhr: Erneut ein rabenschwarzer Tag für die Wall Street. Belastet von Inflationssorgen, schließt der Dow Jones  4,9 Prozent schwächer bei 8695 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Index 5 Prozent an Wert verloren. Das Minus seit Mittwoch summiert sich auf knapp 1000 Punkte. Der Dax dürfte am Freitag seinen Kursrutsch fortsetzen - die düstere Konjunkturprognose des IWF wirkt nach.

21 Uhr: An der Wall Street wird es eine Stunde vor Handelsschluss richtig ungemütlich. Der US-Leitindex Dow Jones verliert knapp 450 Punkte und rutscht zeitweise unter die Marke von 8700 Zählern. Dies dürfte auch den Dax am Freitag weiter nach unten drücken, obwohl die Situation schon jetzt verheerend ist: 12 Dax-Unternehmen haben sich auf 12-Monats-Sicht bereits mehr als halbiert.

20 Uhr: Die Spitzen der Koalition haben sich auf einen Kompromiss im Streit um die Reform der Erbschaftssteuer geeinigt. Dies bestätigte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck am Abend in Berlin. Der Kompromiss hat folgende Kernpunkte: Wohneigentum soll komplett von der Erbschaftsteuer befreit werden, wenn der Ehepartner oder Kinder weiter in der Immobilie wohnen. Daneben gibt es weitere Freibeträge. Die Erben von Firmen sollen keine Erbschaftsteuer zahlen, wenn der Betrieb im Kern zehn Jahre weitergeführt wird und eine bestimmte Zahl an Arbeitsplätzen erhalten bleibt. Wenn die Substanz des Unternehmens nur sieben Jahre lang weitergeführt wird, werden 15 Prozent Steuer fällig. Das Aufkommen aus der Erbschaftsteuer von vier Milliarden Euro solle den Ländern erhalten bleiben, sagte Struck.

18.45 Uhr: Es zieht sich dunkel und kalt um uns zu. Der Dow Jones verliert zeitweilig bis zu 400 Punkte und hat damit binnen zwei Handelstagen knapp 900 Punkte abgegeben. Sollte sich der Index im späten Handel nicht wieder erholen, ist die Abwärtsdynamik bereits mit einigen historisch schwachen Börsentagen vergleichbar:

17.45 Uhr: Der Dax  schließt nahe Tagestief bei 4813 Zählern - ein Minus von 6,8 Prozent. Die Erholung, die vergangene Woche eingesetzt hatte, ist nach zwei verlustreichen Handelstagen gestoppt. Vor allem Finanztitel wie die Commerzbank  oder die Deutsche Bank , aber auch die einst an der Börse beliebten Anbieter erneuerbarer Energien brechen erneut zweistellig ein. "Die Bärenmarktrally ist vorbei", sagte ein Händler in Frankfurt.

16.09 Uhr: Frankreich hat erstmals offiziell eingeräumt, dass sein Staatsdefizit im kommenden Jahr über die im Eurogebiet erlaubte Obergrenze von 3,0 Prozent steigen könnte. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde korrigierte zudem die Wachstumsprognose deutlich nach unten. 2009 erwarte man ein Plus zwischen 0,2 und 0,5 Prozent, sagte sie am Donnerstag vor dem Senat.

Internationaler Währungsfonds sieht Weltrezession 2009

15.35 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) eröffnet mit 0,6 Prozent im Minus bei 9084 Punkten.

15.00 Uhr: Die Weltwirtschaft rutscht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im kommenden Jahr in die Rezession. Das globale Wachstum werde 2009 nur noch 2,2 Prozent betragen, hieß es im aktualisierten Weltwirtschaftsausblick des IWF, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Der Fonds spricht bei einem weltweiten Wachstum von unter 3 Prozent von Rezession. Die deutsche Wirtschaft werde 2009 um 0,8 Prozent schrumpfen, hieß es weiter.

14.48 Uhr: Der Dow Jones  wird zum Handelsstart schwächer erwartet. Der Dow Jones Future notiert bei 9082 Punkten mit 93 Punkten im Minus.

14.35 Uhr: In den USA ist die Produktivität außerhalb des Agrarsektors im dritten Quartal stärker als erwartet gestiegen. Die Produktivität sei auf das Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,8 Prozent gerechnet.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist unterdessen in der abgelaufenen Woche gesunken. Die Zahl sei auf 481.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium ebenfalls am Donnerstag mit. Volkswirte hatten zuvor mit 480.000 gerechnet. Der Wert der Vorwoche wurde von 479.000 auf 485.000 revidiert.

14.05 Uhr: Der Dax  fällt nach der Zinsentscheidung der EZB weiter und baut seine Verluste auf 4,4 Prozent aus. Zuletzt notierte der Index bei nur noch 4938 Punkten. Schwache US-Futures deuten darauf hin, dass die US-Börsen ihren Abschwung heute zunächst fortsetzen.

13.49 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich mit voller Kraft gegen eine Rezession und die Folgen der Finanzkrise. Wie die Währungshüter in Frankfurt mitteilten, sinkt der Leitzins für die Euro-Zone um 50 Basispunkte von 3,75 auf 3,25 Prozent. Die drei wichtigsten Zentralbanken Europas folgten damit der Federal Reserve in den USA und den wichtigsten Notenbanken Asiens, die ihre Geldpolitik zuletzt ebenfalls kräftig gelockert hatten.

Axa mit Umsatzrückgang

13.15 Uhr: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins abermals gesenkt. Das Zielband für den Dreimonats-Libor sinke um 0,5 Prozent auf nunmehr 1,5 Prozent bis 2,5 Prozent, teilte die SNB am Donnerstag in Zürich mit.

13.05 Uhr: Die Bank von England setzt den Kampf gegen die Rezession in Großbritannien mit einer massiven Zinssenkung fort. Der Leitzins - die sogenannte Bank Rate - werde um 150 Basispunkte auf drei Prozent gekappt, teilte die Notenbank am Donnerstag in London mit. An den Finanzmärkten war mit einem großen Schritt der britischen Währungshüter gerechnet worden. Die Höhe überraschte jedoch selbst Experten

12.50 Uhr: Die Aktien der Commerzbank  notieren weiterhin am Dax-Ende. Um 12 Prozent ging es für den Banktitel zeitweise nach unten. Laut Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke belastet die Meldung vom Vortag, wonach die EU-Kommission Vorbehalte an der staatlichen Kapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro für das Finanzinstitut hat. Nach ersten Informationen zahle die Commerzbank eine zu niedrige Vergütung für diese Kapitalspritze. Der Dax (Kurswerte anzeigen) selbst notiert zur Mittagszeit rund 4 Prozent im Minus bei 4960 Punkten.

12.19 Uhr: Der französische Versicherungskonzern Axa  hat in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang verzeichnet. In den drei Quartalen sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozent auf 69,46 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Im Bereich Vermögensbildung seien vor allem wegen der Finanzkrise zehn Milliarden Euro abgeflossen, sagte Konzernchef Henri de Castries. Dafür seien 7,8 Milliarden Euro zusätzlich in den Bereichen Lebensversicherung und Rente eingesammelt worden. Castries betonte: Der zweitgrößte Versicherer Europas sei für die Krise gut gerüstet.

12.07 Uhr: Abschreibungen auf inzwischen weitgehend wertlose Anleihen haben den niederländischen Versicherer Aegon  tief die roten Zahlen gedrückt. Im abgelaufenen Quartal sei ein Verlust von 329 Millionen Euro angefallen, nach rund einer halben Milliarde Euro Gewinn vor Jahresfrist, teilte der Konzern am Donnerstag in Amsterdam mit und bestätigte damit eine Gewinnwarnung von Ende Oktober.

Salzgitter AG kappt Produktion

11.52 Uhr: Der Stahlkonzern Salzgitter  kürzt die Produktion in zwei Bereichen im Dezember und Januar um 30 Prozent. Wegen einer schwächeren Nachfrage werden die Weiterverarbeitung von Flachstahl und die Herstellung von Trägern entsprechend gekappt, sagte ein Salzgitter-Sprecher.

11.50 Uhr: Das deutsche Baugewerbe rechnet im kommenden Jahr bestenfalls mit einer Stagnation der Umsatzentwicklung. "Kurzfristig haben wir uns auf ein schwieriges Jahr 2009 einzustellen, mittelfristig - darauf setzen wir - wird sich die Gesamtkonjunktur wieder stabilisieren und damit auch die Baukonjunktur", sagte Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), am Donnerstag in Berlin. Insgesamt beurteile das Baugewerbe die derzeitigen Perspektiven für mittelständische Bauunternehmen als durchwachsen.

11.30 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) notiert mittlerweile klar unter 5000 Punkten.

10.45 Uhr: Der Flughafenbetreiber Fraport (Kurswerte anzeigen) rechnet in diesem Jahr erstmals seit 2003 mit weniger Passagieren an seinem größten Drehkreuz Frankfurt. Für das Gesamtjahr 2008 sei mit einem Rückgang von 1,0 bis 1,5 Prozent zu rechnen, teilte die Fraport bei der Vorlage der Neunmonatszahlen mit.

10.30 Uhr: Air Berlin  bekommt die angespannte Wirtschaftslage immer stärker zu spüren. Im Oktober beschleunigte sich bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft erneut der Rückgang der Passagierzahlen. 2,70 Millionen Passagiere reisten im vergangenen Monat mit Air Berlin, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das waren 123.000 oder 4,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

09.50 Uhr: Der börsennotierte Hedgefonds Man Group hat in den sechs Monaten bis Ende September wegen der Finanzkrise deutlich weniger verdient. Zudem sank das verwaltete Vermögen stärker als noch vor wenigen Wochen angekündigt. Der Gewinn vor Steuern sei wegen der geringeren Provisionseinnahmen und Sonderausgaben um 24 Prozent auf 622 Millionen Dollar gefallen, teilte das Unternehmen in London mit. Das verwaltete Vermögen sei seit Ende März um 9 Prozent auf 67,6 Milliarden Dollar gesunken. Ende September hatte das Unternehmen noch einen Rückgang auf 70,3 Milliarden Dollar angekündigt. Die Aktie brach in London um ein Viertel ein.

Toyota mit Gewinnwarnung

09.40 Uhr: Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist zur Wochenmitte wieder gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch 58,94 US-Dollar im Vergleich zu 57,77 Dollar am Vortag.

09.30 Uhr: Der Autobauer BMW  wird die Produktion in seinem Werk in Leipzig drosseln. Bis zu den Weihnachtsferien werden nur noch 400 Autos pro Tag hergestellt. Bislang sind es bis zu 700 Autos täglich. Außerdem sollen die Montagebänder im November erneut für zwei Tage stillstehen. Erst Ende Oktober wurde die Produktion aus dem gleichen Grund für vier Tage gestoppt.

09.10 Uhr: Negative Vorgaben haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag zum Auftakt ins Minus gedrückt. Der Dax  sackte in den ersten Handelsminuten um 3 Prozent auf 5011 Zähler ab. Der MDax  verlor über 3 Prozent auf 5722 Punkte. Der TecDax  fiel um gut 5 Prozent auf 542 Zähler.

08.30 Uhr: Einzelhandelspräsident Josef Sanktjohanser rechnet für den Einzelhandel im November und Dezember mit einem ähnlichen Umsatz wie 2007. Damit sei für das Weihnachtsgeschäft kein rasches Nachlassen der Konsumlaune zu erwarten. "Das Weihnachtsgeschäft wird noch einigermaßen über die Bühne gehen. Aber für das nächste Jahr sind die Aussichten trüber", sagte der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels der "Süddeutschen Zeitung".

08.15 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt dürfte nach sehr schwachen Vorgaben von Wall Street und aus dem asiatischen Handel zur Eröffnung am Donnerstag Richtung 5000 Punkte fallen. Bis 8.15 Uhr zeichnet sich im Dax eine Eröffnung von 5023 Punkten ab nach einem Schluss von 5167. Nach der kurzen "Obamania" treten nun wieder die Rezessionsängste in den Vordergrund. Die Bärenmarkt-Rally dürfte zunächst einmal vorbei sein", sagt ein Händler und bezweifelt, dass der Dax im Tagesverlauf die Marke von 5000 Punkten wird verteidigen können.

07.50 Uhr: Der größte japanische Autobauer Toyota  hat wegen der weltweiten Konjunktur- und Branchenkrise und des hohen Yen seine Gewinnprognose deutlich stärker gesenkt als erwartet. Beim operativen Gewinn werde jetzt im laufenden Jahr ein Wert von 600 Milliarden Yen (rund 4,77 Milliarden Euro) und damit rund eine Billion Yen weniger als zuletzt erwartet, teilte Toyota am Donnerstag in Tokio mit. Experten hatten zwar damit gerechnet, dass das Unternehmen seine Gewinnprognose zurücknimmt, waren dabei aber nicht von einer solchen Größenordnung ausgegangen. Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr nun 23 Billionen statt 25 Billionen Yen erreichen.

Donnerstag, 07.40 Uhr: Die Börsen in Tokio haben am Donnerstag sehr schwach geschlossen. Händler verwiesen auf einen gestiegenen Yen, der die Exportwerte belastet habe. Auch wachsende Sorgen über die Weltwirtschaft nach schwachen US-Daten vom Vortag drückten auf die Stimmung. Der Nikkei  rutschte um 6,53 Prozent auf 8.899,14 Zähler ab.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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