Freitag, 24. Mai 2019

Krisenticker Obama-Fans feiern, US-Firmen feuern

In den USA haben private Unternehmen im Oktober so viele Jobs gestrichen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Kurse an der Wall Street brechen daraufhin ein. Die Demokraten im US-Kongress unternehmen einen neuen Anlauf, um zusätzliche Milliardenhilfen doch noch durchzubringen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.05 Uhr: Ausverkauf an der Wall Street. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schließt knapp 500 Zähler (5 Prozent) im Minus, der Nasdaq Composite verliert sogar 5,5 Prozent. Der Dax dürfte am morgigen Donnerstag im frühen Handel erneut die Marke von 5000 Zählern testen.

21.45 Uhr: Kurz vor Handelsschluss an der Wall Street baut der Dow Jones Börsen-Chart zeigen seine Verluste deutlich aus und notiert rund 400 Zähler (4,1 Prozent) im Minus. Schwache Arbeitsmarktdaten verstärken die Rezessionssorgen. Die Demokraten, die im US-Kongress ihre Macht ausgebaut haben, fordern unterdessen weitere Geldspritzen.

Nancy Pelosi: Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses will weitere Milliardenhilfen für die US-Konjunktur noch in diesem Monat.
20.55 Uhr: Nach ihrem Wahlsieg wollen die US-Demokraten im Repräsentantenhaus einen neuen Anlauf für weitere Konjunkturhilfen unternehmen und das Programm noch im November auf den Weg bringen. Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, forderte am Mittwoch Hilfen im Umfang von mindestens 61 Milliarden Dollar noch in diesem Monat. Dazu sei jedoch immer noch die Kooperation der Republikaner im Senat und des noch amtierenden Präsidenten George W. Bush nötig, erklärte sie. Das Repräsentantenhaus hat ein entsprechendes Paket bereits Ende September verabschiedet, die Republikaner im Senat hatten das Vorhaben jedoch blockiert. Im Februar haben Kongress und Präsident bereits ein Konjunkturpaket im Umfang von 168 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt, das größtenteils aus Steuererleichterungen bestand.

20.30 Uhr: Ernüchterung an der Wall Street. Der Dow Jones taucht im Nachmittagshandel ab und verliert 3,6 Prozent an Wert. Sofern sich die Indizes nicht in den letzten 90 Handelsminuten erholen, dürfte auch der Dax morgen wieder in Richtung 5000 Zähler fallen.

19.45 Uhr: Die Finanzkrise setzt auch dem deutschen Finanzmakler MLP zu. Das Unternehmen hat nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Jahresziele heruntergeschraubt. Die Erlöse dürften 2008 auf dem Niveau des Vorjahres (638,8 Millionen Euro) liegen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Im August hatte MLP noch angekündigt, die Gesamterlöse sollten im laufenden Jahr auf einen Rekordwert steigen. Die Aktie von MLP Börsen-Chart zeigen drehte im späten Handel stark ins Minus.

Bauarbeiter in USA: Die Demokraten feiern, die Firmen feuern
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Bauarbeiter in USA: Die Demokraten feiern, die Firmen feuern
18 Uhr: Schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt. Einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge haben US-Firmen wegen der Finanzkrise im Oktober deutlich mehr Stellen abgebaut als erwartet. Demnach fielen in der Privatwirtschaft mit 157.000 Stellen so viele Arbeitsplätze weg wie zuletzt im November 2002. Ähnlich die Zahlen aus dem Dienstleistungssektor: Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) fiel auf 44,4 von 50,2 Zählern im September. Das ist der tiefste Stand seit Umfragebeginn 1997.

17.45 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen schließt auf Xetra mit einem Verlust von 2,1 Prozent auf 5166 Zählern. Gewinnmitnahmen und schwache US-Börsen drücken den Index nach zwei Handelstagen mit Gewinnen erneut in die Verlustzone.

17.10 Uhr: Die Ölpreise geben kräftig nach. Sowohl bei US-Rohöl als auch bei der Nordseesorte Brent gab es bis zum Abend Preisabschläge von mehr fünf Dollar. So fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US- Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember auf 65,06 US-Dollar. Das waren 5,47 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Bis zum Nachmittag hatten die Ölpreise noch bei knapp 70 Dollar (WTI) beziehungsweise rund 65 Dollar (Brent) notiert.

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