Dienstag, 22. Oktober 2019

Krisenticker Obama-Fans feiern, US-Firmen feuern

2. Teil: Börsengang der Bahn auf Eis gelegt

15.28 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Irland ist auf den höchsten Stand seit 1998 gestiegen. Belastet durch eine zunehmend schwächelnde Konjunktur betrug die Arbeitslosenquote des Landes im Oktober 6,7 Prozent, nach zuvor 6,3 Prozent.

Starke Banken? Italiens Ministerpräsident Berlusconi
14.44 Uhr: Im Kampf gegen die Finanzkrise wird Italien nächste Woche ein eigenes Stützungspaket für Banken auflegen. Das Programm werde dann vom Kabinett beschlossen, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Mittwoch. Auf Reporterfragen, ob Banken bereits Staatshilfen nachgefragt hätten, sagte der Regierungschef: "Bis jetzt noch keine. Sie sind alle gut kapitalisiert." Zugleich kündigte er an, dass ein nicht näher bezeichnetes großes italiensches Geldinstitut zusätzliche fünf Milliarden Euro für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen bereitstellen werde. Kreisen zufolge handelt es sich um Unicredit.

14.12 Uhr: Die Deutsche Bahn wird "in absehbarer Zeit" nicht an die Börse gehen. Sollte sich das Marktumfeld nicht ändern, sei ein Börsengang in dieser Legislaturperiode nicht zu erwarten, sagte der Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), Torsten Albig, am Mittwoch in Berlin. Steinbrück selbst hatte zuvor gesagt, er gehe nicht davon aus, dass die Bundesregierung im kommenden Jahr Einnahmen aus dem Börsengang der Deutschen Bahn erzielen werde. Der Börsengang sei verschoben, da er im derzeitigen Marktumfeld "ungünstig" sei. Auf ein neues Datum lege die Regierung sich nicht fest.

14.02 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) muss nach eigenen Angaben im kommenden Jahr mit weniger Steuereinnahmen auskommen als bisher geplant. Die Steuerschätzung ergebe für den Bund für 2009 ein Minus gegenüber der letzten Prognose von 2,2 Milliarden Euro, sagte Steinbrück am Mittwoch in Berlin. In diesem Jahr sei mit Mehreinnahmen gegenüber der vorangegangenen Schätzung von 0,4 Milliarden Euro für den Bund zu rechnen. Dieses Plus helfe ihm zwar beim Haushaltsabschluss für dieses Jahr. Im nächsten Jahr "hagelt es aber rein", sagte Steinbrück. Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden fallen in diesem und im nächsten Jahr um insgesamt rund 8,3 Milliarden Euro höher aus als bisher erwartet. Das teilte das Bundesfinanzministerium in Berlin am Mittwoch nach den Beratungen des Steuerschätzer-Kreises mit.

Druckmaschinenbauer unter Druck: Produktion bei Heidelberger
13.11 Uhr: Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat mit Kurzarbeit auf die Absatzflaute reagiert. Im Dezember werde diese für das Werk in Amstetten (Alb-Donau-Kreis) angemeldet, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Heidelberg. Schon jetzt müssten die 1400 Beschäftigten in dem Betrieb freitags nicht mehr arbeiten, fügte Werksleiter Thorsten Kirchmayer hinzu. Weitere Werke sollen dem Beispiel demnächst folgen, kündigte der Sprecher an.

12.30 Uhr: Das staatliche Hilfspaket für die Commerzbank muss unter Umständen geändert werden: Die EU-Kommission erklärt am Mittwoch, sie werde die Kapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro an die zweitgrößte deutsche Bank prüfen. Zwar nehme die Coba den von Brüssel bereits genehmigten nationalen Rettungsschirm für die Finanzbranche in Anspruch, sagt Kommissionssprecher Jonathan Todd. Die dafür von der Regierung und der Commerzbank vereinbarten Bedingungen stünden aber "auf den ersten Blick nicht mit den Auflagen im Einklang, unter denen das deutsche Rettungspaket genehmigt wurde", so der Sprecher.

12.05 Uhr: Der Bundesrat der Schweiz hat ein Paket von Maßnahmen zur Stärkung des schweizerischen Finanzsystems und zur Verbesserung des Anlegerschutzes beschlossen. Wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte, sollen bereits im November strengere Eigenkapitalanforderungen für die beiden schweizerischen Großbanken UBS und Credit Suisse gelten. Zudem hat sich der Bundesrat bereit erklärt, im Bedarfsfall für neue mittelfristige Bankverbindlichkeiten von schweizerischen Banken auf dem Kapitalmarkt zu garantieren.

Die Garantie für Kundeneinlagen bei Banken wird auf 100.000 Schweizer Franken erhöht von bisher 30.000 Franken. Das Paket war im Zuge der staatlichen Stützung der UBS mit der Schweizerischen Nationalbank und der Eidgenössischen Bundeskommission erarbeitet worden. Die Sofortmaßnahmen sollen nach Billigung durch das Parlament sofort in Kraft treten und bis Ende 2010 gültig sein.

11.38 Uhr: Die genossenschaftlichen Banken wollen derzeit nicht auf staatliche Finanzhilfen zurückgreifen. "Wir werden das Paket nach jetzigem Stand nicht in Anspruch nehmen", sagte der Chef der DZ Bank, des Zentralinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken, am Mittwoch in Frankfurt. Völlig ausschließen wollte Wolfgang Kirsch eine Nutzung aber nicht. "Man kann heute nicht sagen, ob es noch weitere schlechte Nachrichten gibt, etwa auch in Bezug auf den Kollaps ganzer Staaten", sagte Kirsch. Staatshilfen dürften den Wettbewerb nicht verzerren.

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