Ryanair Preissenkung nach Gewinneinbruch

Europas größter Billigflieger Ryanair will nach einem Gewinneinbruch mit billigeren Tickets der Wirtschaftskrise trotzen. Zunächst wird das weitere Verluste bringen, insgesamt soll sich das Ergebnis aber stabilisieren. Zudem plant die Airline Billigflüge in die USA - wenn dafür günstige Maschinen erworben werden können.

London/Hahn - In den kommenden Monaten sollen die Preise bei Ryanair  um 15 bis 20 Prozent sinken, teilte das irische Unternehmen mit einem Drehkreuz am Hunsrück-Flughafen Hahn mit. Dadurch werde Ryanair jedoch im zweiten Halbjahr Verluste machen. Bereits in den sechs Monaten bis Ende September sank der Nettogewinn wegen der Rekordölpreise im Sommer um fast 50 Prozent auf 214,6 Millionen Euro - im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 407,6 Millionen Euro Gewinn gewesen.

Ryanair erwartet für die kommenden sechs Monate zwar einen Verlust, im Gesamtjahr aber ein ausgeglichenes Ergebnis. Der fallende Ölpreis soll dabei die Verluste durch die Ticketreduzierungen auffangen. "Wenn die Ölpreise im kommenden Jahr bei etwa 80 Dollar pro Barrel bleiben, dann werden sich unsere Gewinne stark erholen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

In der Krise plant Ryanair zudem Billigflüge in die USA. Transatlantische Flüge würde es allerdings nur geben, wenn Ryanair billige Langstreckenmaschinen von Konkurrenzfluggesellschaften erwerben könne, sagte O'Leary der BBC. Er hatte am Wochenende in einem Interview erklärt, dass Ryanair Tickets in die USA für rund zehn Euro anbieten will.

Die Zahl der Passagiere stieg in den Monaten von April bis September um 19 Prozent auf 31,6 Millionen, der Umsatz um 16 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro. Der Durchschnittspreis für ein Ticket, inklusive Gepäckgebühr, fiel nach Angaben von Ryanair im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf 47 Euro. Die Fluglinie fliegt auf mehr als 800 Routen in 26 Ländern.

Die Ölpreise erreichten im Juli Preise von 140 Dollar pro Barrel (159 Liter), seitdem sind sie aber auf unter 60 Dollar gesunken. Mehrere Billig-Airlines sind wegen der hohen Treibstoffpreise pleite gegangen. Ryanair erwartet dadurch mehr Wachstumsmöglichkeiten für sich selbst. Ungünstig für die Fluglinie ist jedoch, dass sie sich in Erwartung steigender Ölpreise für das laufende Quartal Sprit für 124 Dollar pro Barrel gesichert hat - damit zahlt sie nun das Doppelte des Marktpreises.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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