Krisenticker "Beiträge werden nicht verzockt"

Das Bundesversicherungsamt beschwichtigt: Das Geld der Sozialversicherer sei sicher angelegt. Niemand müsse sich um seine Beiträge sorgen. VW erwägt einen längeren Produktionsstopp in seinen deutschen Werken. Derweil rast der US-Autobauer General Motors bei seiner Absatz-Talfahrt immer schneller in die Tiefe. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.20 Uhr: Die Handwerksbetriebe sind von den Auswirkungen der Finanzkrise nach Angaben ihrer Organisation nicht existenziell betroffen. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerkes, Otto Kentzler, sagte der "Thüringer Allgemeinen" (Donnerstagausgabe) zufolge: "Für viele kleine und mittlere Unternehmen war die Kreditvergabe bisher schon schwieriger. Aber eine Kreditklemme spüren wir derzeit nicht." Die größte Gefahr für das Handwerk gehe derzeit von der fehlenden Kaufbereitschaft aus.

21.45 Uhr: Die US-Notenbank Fed gewährt im Kampf gegen die Finanzkrise den Zentralbanken Brasiliens, Mexikos, Singapurs und Südkoreas neue Milliardenkredite. Sie werde jeder dieser Zentralbanken 30 Milliarden Dollar in einem "Swap-Arrangement" geben, in dem die Fed Dollar für die Währungsreserven anderer Staaten zur Verfügung stellt.

21.30 Uhr: Nach der Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed im Kampf gegen die Finanzkrise und einer anschließenden Berg- und Talfahrt haben die US-Börsen am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,8 Prozent tiefer bei 8990 Punkten aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,5 Prozent auf 1657 Stellen zu.

19.50 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kündigt gegenüber der FTD an, dass bald weitere deutsche Geschäftsbanken nun das Rettungspaket der Bundesregierung nutzen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, die großen Banken wollten die Hilfe gemeinsam beantragen.

19.15 Uhr: Die amerikanische Notenbank Fed senkt ihre Leitzinsen angesichts der Finanzkrise um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent. Damit liegt der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld so niedrig wie seit über vier Jahren nicht mehr.

18.50 Uhr: Der Internationale Währungsfonds IWF beschleunigt angesichts der sich weltweit ausbreitenden Finanzkrise seine Kreditvergabe. Betroffene Staaten, die in der Vergangenheit eine solide Wirtschaftspolitik betrieben hätten, könnten nun ohne weitere Bedingungen Gelder beantragen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Mittwoch in Washington. Bislang war die Vergabe von Krediten des Fonds an teils sehr strikte Auflagen wie etwa den Abbau von Subventionen oder die Privatisierung von Staatsbetrieben gebunden.

17.35 Uhr: Der Dax  schließt am Mittwoch mit Verlusten. Zum Handelschluss weist der deutsche Leitindex ein Minus von 0,3 Prozent auf 4801 Zähler aus. In New York gewinnt der Dow Jones  zu diesem Zeitpunkt 78 Punkte oder 0,9 Prozent auf 9139 Zähler hinzu.

17.30 Uhr: Angesichts der Branchenkrise erwägt nun auch Volkswagen einen längeren Produktionsstopp in seinen deutschen Werken. "Es gibt Überlegungen, die Weihnachtspause um ein paar Tage zu verlängern", sagt ein Sprecher des Autobauers. Damit Europas größter Autobauer nicht zu viel auf Halde produziere, könnten die Bänder über die Weihnachtsfeiertage und bis ins neue Jahr drei bis fünf Tage länger still stehen als vorgesehen, hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh zuvor erklärt. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, betonte der Sprecher.

17.17 Uhr: Der Dax  rutscht nach einer Berg- und Talfahrt kurz vor Börsenschluss wieder mit knapp einem Prozent in die Verlustzone.

16.34 Uhr: Die Finankrise hat deutschen Firmen und Verbrauchern nach Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bislang nicht den Zugang zu Krediten versperrt. "Wir haben nach wie vor in Deutschland keine Kreditklemme", sagt Steinbrück am Mittwoch. Allerdings müssten viele Kreditnehmer schlechtere Konditionen in Kauf nehmen, fügte Steinbrück hinzu.

16.10 Uhr: Der notleidende Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) rast auf seiner Absatz-Talfahrt immer schneller in die Tiefe. Der US-Autobauer verkaufte in den ersten neun Monaten weltweit 6,66 Millionen Wagen und damit 6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal stürzte der Absatz zuletzt um 11,4 Prozent auf 2,11 Millionen Stück ab, wie GM in Detroit (Michigan) mitteilt. Opel fährt wegen der Folgen der Finanzkrise inzwischen auch im Rückwärtsgang und kann den Konzernabsatz nicht mehr aufpolieren.

16.00 Uhr: Das Bundesversicherungsamt beschwichtigt: Die Deutschen müssten sich trotz der Finanzkrise keine Sorgen um die Sicherheit ihrer Beiträge zur Sozialversicherung machen. Keiner müsse Angst haben, "dass seine Beitragsgelder verzockt werden", erklärt BVA-Präsident Josef Hecken. Insgesamt hätten die deutschen Sozialversicherer rund 42,7 Milliarden Euro angelegt. Das entspreche 9,7 Prozent ihrer jährlichen Gesamtausgaben. Bei der deutschen Tochter der zusammengebrochenen US- Bank Lehman Brothers seien zusammen knapp 800 Millionen Euro angelegt gewesen. Die Gelder seien für alle Betroffenen über eine Einlagensicherung gedeckt.

15.45 Uhr: In den USA sind die Rohöllagerbeständeschwächer als erwartet gestiegen, zugleich sind die Bestände an Benzin überraschend gesunken. Die Ölpreise reagieren auf die Daten zunächst mit einem Kurssprung nach oben. Ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Dezember kostet 66,30 Dollar und damit 3,57 Dollar mehr als am Vortag. Für ein Fass der Nordseesorte Brent zahlen die Käufer 64,12 Dollar und damit 3,83 Dollar mehr als am Dienstag.

15.32 Uhr: Die Konjunkturhilfen, die die Bundesregierung plant, werden nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehr konkret und langfristig angelegt sein. In der kommenden Woche wolle das Kabinett ein entsprechendes Paket verabschieden. Dies, so Merkel, "wird sehr gezielt sein, es wird mutig sein und es wird vor allen Dingen nachhaltig sein".

15.03 Uhr: Die angekündigte Entschädigung von Kunden der deutschen Lehman-Tochter sollen bei Privatanlegern für Verwirrung gesorgt haben. Das beklagen deren Anwälte. Für tausende Inhaber von Lehman-Zertifikaten bedeute die Ankündigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom Dienstag rein gar nichts, erklärte der Frankfurter Anlegeranwalt Klaus Nieding gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Zu den wenigen Kunden der in Frankfurt sitzenden Lehman Brothers Bankhaus AG gehören vor allem institutionelle Kunden wie etwa die Deutsche Rentenversicherung oder die Barmer Ersatzkasse. Deren Einlagen sind nun über den Einlagensicherungsfonds geschützt.

15.02 Uhr: Der Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB an den US-Finanzinvestor Lone Star ist abgeschlossen. Seit Mittwoch ist der Verkauf der 90,8 Prozent große IKB-Anteil der KfW rechtsgültig. Die Seiten hatten sich im August auf die Transaktion geeinigt. Mit staatlichen Milliardenhilfen wurde die IKB vor der Pleite gerettet, bevor Lone Star die Bank kaufte.

14.34 Uhr: Die Gesellschaft TMW Pramerica erklärt, sie werde ihren "TMW Immobilien Weltfonds" für drei Monate schließen. Anleger hätten vermehrt Anteile verkauft und ohne eine Schließung würde die gesetzliche Mindestliquidität von fünf Prozent unterschritten worden. Der "TMW Immobilien Weltfonds" verwaltet gut eine Milliarde Euro. Anfang der Woche hatte bereits die Frankfurter Fondsgesellschaft KanAm erklärt, sie werde für drei Monate Auszahlungen aus zwei ihrer Fonds vorübergehend einstellen.

14.17 Uhr: Die norwegische Zentralbank senkt ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent. Die Währungshüter in Oslo begründen die zweite Zinssenkung innerhalb von zwei Wochen mit der Finanzkrise.

14.16 Uhr: Die Inflation in Deutschland ist im Oktober weiter gesunken, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung bekannt gab. Demnach betrug die jährliche Teuerungsrate 2,4 Prozent - deutlich weniger als im September mit 2,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent.

Europa plant Konjunkturprogramm

13.59 Uhr: Das ukrainische Parlament hat ein Gesetzespaket für Wirtschaftsreformen verabschiedet. Diese sind Voraussetzung für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds über 16,5 Milliarden Dollar. Damit die Gesetze endgültig in Kraft treten, sind allerdings zwei weitere Lesungen erforderlich. Die ukrainische Zentralbank warnte am Mittwoch, dass ohne die IWF-Hilfe mehrere große Banken und Unternehmen zahlungsunfähig werden könnten

13.55 Uhr: Der Eurokurs ist nach der Veröffentlichung von überraschend guten US-Konjunkturdaten gefallen. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,2752 Dollar, nachdem sie zuvor noch auf bis zu 1,2845 Dollar gestiegen war. Der Auftragseingang bei langlebigen Konjunkturgütern in den USA war im September um 0,8 Prozent gestiegen, während Analysten mit einem Minus gerechnet hatten.

13.38 Uhr: Der zuletzt schwache Goldpreis legt um 3,2 Prozent auf 760 Dollar je Unze zu.

13.19 Uhr: Die Europäische Union kündigt ein Konjunkturprogramm an. Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte "gezielte kurzfristige Maßnahmen" für die Wirtschaft in den EU-Staaten an, die die Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigung und die Kaufkraft der Bürger begrenzen sollen. Das Paket am 26. November vorgestellt werden.

12.49 Uhr: Die Verbraucherzentrale NRW will im Namen geprellter Lehman-Anleger die Citibank wegen Betrugs anzeigen. Deren Mitarbeiter hätten die Zertifikate gezielt älteren, unerfahrenen Kunden angeboten, Risiken verschwiegen und Beratungsprotokolle manipuliert, sagte Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller. Über ein Umfrageformular im Internet habe die Verbraucherzentrale in den vergangenen zehn Tagen Fälle von 300 Betroffenen mit insgesamt rund 5,5 Millionen Euro Verlust zusammengetragen. Gut jeder Dritte sei Kunde der Citibank. An zweiter Stelle folge die Dresdner Bank.

12.45 Uhr: Der Präsident der Vereinigung europäischer Autoproduzenten (ACEA), Christian Streiff, hat kurz vor Beginn des "Autogipfels" in Brüssel seine Forderung nach zinsgünstigen staatlichen Krediten bekräftigt. Seine Vereinigung fordere ein Kreditprogramm über 40 Milliarden Euro zur Finanzierung umweltfreundlicher Technologien. EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat unterdessen die Branche kritisiert. "Die europäischen Hersteller haben über eine ganze Reihe von Jahren den großen Trend der Zeit nicht erkannt", sagte Verheugen.

12.36 Uhr: Das schwedische Parlament verabschiedet ein Rettungspaket für die Finanzbranche. Der Plan sieht Mittel von umgerechnet rund 150 Milliarden Euro in Form von Kreditbürgschaften vor. Außerdem wird ein Stabilitätsfonds mit 1,5 Milliarden Euro eingerichtet. Die schwedischen Banken seien noch relativ stabil, sagte Finanzminister Mats Odell den Abgeordneten in Stockholm. "Aber wir können in den gegenwärtigen Turbulenzen nicht ausschließen, dass sich die Krise vertieft."

12.33 Uhr: Der russische Gasmonopolist Gazprom  verkauft seine hauseigene Gazprombank, das drittgrößte Geldhaus in Russland sowie in Zentral- und Osteuropa. Das kündigte Gazprom-Vizechef Andrej Kruglow in Moskau an. Der Beschluss sei bereits gefällt, doch noch stehen die Ergebnisse einer derzeit laufenden Unternehmensbewertung aus. Es gebe mehrere Interessenten, Namen nannte er jedoch nicht.

Isländer lassen Sterling fallen

Isländer lassen Sterling fallen

12.12 Uhr: Die chinesische Notenbank senkt zum dritten Mal binnen sechs Wochen den Leitzins. So reduzierte die Bank of China den Zins für einjährige Bankdarlehen am Mittwoch erneut um 0,27 Prozent auf 6,66 Prozent. Die neuen Sätze gelten ab Donnerstag. China hatte den Zinssatz bereits am 15. September und am 8. Oktober gesenkt.

12 Uhr: Der Sportwagenhersteller Porsche  weist Vorwürfe zurück, für die Kursturbulenzen der VW-Aktie verantwortlich zu sein. Porsche habe Kurssicherungsgeschäfte auf VW- Aktien auch deshalb aufgelöst, um den rasanten Kurssteigerungen dort ein Ende zu bereiten. "Wir wollen damit erreichen, dass der Kurs wieder ein vernünftiges Niveau erreicht", sagte ein Porsche-Sprecher. "Wir wollen bei VW nicht abcashen. Eine Beruhigung ist in unserem eigenen Interesse." Zum Umfang der aufgelösten Kurssicherungsgeschäfte machte der Porsche-Sprecher keine genauen Angaben. Mit der Erhöhung des frei handelbaren Aktienangebots hat Porsche zunächst einen drohenden Fast Exit der VW-Aktie aus dem Dax  verhindert.

11.25 Uhr: Sterling, eine dänische Billigfluglinie, ist zahlungsunfähig. Die isländischen Investoren seien nicht in der Lage, das Unternehmen am Leben zu halten, hieß es dazu. Alle Flüge wurden gestrichen, gekaufte Tickets sollen nicht erstattet werden. Viele Passagiere erfuhren davon erst am Flughafen. Sterling gehört der Northern Travel Group, die aus den isländischen Investoren-Gruppen Fons, FL Group und Sund besteht.

10.41 Uhr: Die Finanzmarktkrise könnte in Ungarn nach Einschätzung der Regierung 40.000 bis 50.000 Arbeitsplätze vernichten. Erste Auswirkungen der Krise in der Kfz-, Bau- und Elektronikindustrie sowie im Dienstleistungssektor seien schon jetzt zu spüren. Das sagte die ungarische Arbeitsministerin Erika Szücs. Die Arbeitslosigkeit betrug nach Angaben des Statistischen Zentralamts in Budapest im Zeitraum von Juli bis September durchschnittlich 7,7 Prozent. 328.000 Menschen waren arbeitslos gemeldet.

9.46 Uhr: Der Anstieg der Ölpreise setzt sich fort. Der Grund ist die Aussicht auf eine mögliche weitere Kürzung durch die die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Händler begründen die Zunahme auch mit der Kurserholung an den Aktienmärkten. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) 64,60 Dollar, 1,87 Dollar mehr als am Vortag.

9.26 Uhr: Die Zentralbank von Schweden erleichtert den Zugang zu Krediten, indem sie ihr Angebot ausweitet, Geld gegen die Hinterlegung von Sicherheiten zu erhalten. Damit sollen Unternehmen gestützt werden, die nicht zur Finanzbranche gehören, also Industrie sowie kleinere und mittlere Unternehmen.

Lufthansa leidet unter Lehman

9.23 Uhr: In China verfängt die Kaufbegeisterung der Wall Street nicht. Der Hang Seng Index in Hongkong verliert 1,53 Prozent oder 193,5 Punkte auf 12.402,79. In China ging der Shanghai Composite Index um 2,94 Prozent zurück. Er schloss um 52 Punkte niedriger bei 1719,91. In Shenzhen verlor der Index 1,57 Prozent oder 92,46 Punkte und lag zum Handelsschluss bei 5798,67. In Taipeh war die Börse trotz des anfänglichen Aufwinds um sieben Prozent am Ende wenig verändert.

9.08 Uhr: Der Dax startet mit Verlusten in den Handel, allerdings nur aufgrund der Entwicklungen bei Volkswagen. Der Dax verliert gegen 9.08 Uhr 2,8 Prozent oder 132 auf 4691 Punkte. VW brechen um 40 Prozent ein auf 568 Euro. Alle anderen Titel liegen jedoch zwischen 10 Prozent und 15 Prozent im Plus. Daimler haussieren um 15 Prozent, Allianz um 14 Prozent und Siemens um 13 Prozent.

8.54 Uhr: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kündigt an, den Geldmarkt "sehr großzügig und auch mit längerfristiger Liquidität versorgen". Konkret werden den Banken Devisenswaps mit einer Laufzeit von 3 Monaten angeboten. Dabei stellt sie - wie bei den am 15. Oktober angekündigten Einwochen-Operationen - Schweizer Franken gegen Euro zur Verfügung.

8.15 Uhr: Lufthansa teilt mit, ebenfalls von der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers betroffen zu sein. Die Fluggesellschaft hatte einen Teil der Treibstoffabsicherung bei Lehman finanziert. Durch den Ausfall eines Kontrahenten habe sich die Sicherung für 2008 auf 72 Prozent des Treibstoffbedarfs reduziert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Davor hatte Lufthansa 85 Prozent ihres Kerosinbedarfs gesichert. Für 2009 reduziere sich der Sicherungsgrad auf 57 Prozent.

8.08 Uhr: Auch die Europäische Union erklärt sich zu einer Finanzhilfe für Ungarn bereit, wie die Kommission am Mittwochmorgen mitteilt. Sie gibt einen Kredit in Höhe von 6,5 Milliarden Euro aus, ergänzend zur Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 12,5 Milliarden Euro bereit.

Ungarn bekommt Hilfe von zwei Seiten

Ungarn bekommt Hilfe von zwei Seiten

7.55 Uhr: Ungarn, dessen Staatsfinanzen durch die Finanzkrise stark angeschlagen sind, bekommt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Finanzhilfe von 15,7 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro). "Die ungarische Regierung hat einen umfassendes Paket geschnürt, das die Wirtschaft stärken wird", begründete IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn in einer schriftlich verbreiteten Erklärung den Milliardenkredit.

7.51 Uhr: Porsche  kündigt an, VW-Aktien  auf den Markt zu bringen, um weitere Kurturbulenzen zu verhindern. Dazu sollen Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von bis zu fünf Prozent der VW-Stammaktien aufgelöst werden.

7.34 Uhr: Mit der Hypo Real Estate flüchtet sich die erste Privatbank unter den Rettungsschirm der Regierung. Sie habe am Dienstag beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds eine Liquiditätsgarantie von 15 Milliarden Euro beantragt, teilte die Bank mit.

7.20 Uhr: Die AXA Investment Managers setzt die Rücknahme der Anteilsscheine ihres Immobilienfonds AXA Immoselect vorübergehend aus. Die Maßnahme gelte mit Wirkung zum Dienstag und diene dem Schutz der Anleger, teilte der zur AXA-Gruppe gehörende Vermögensverwalter am Mittwoch mit. Mit dieser Maßnahme reagiere das Fondsmanagement auf Portfolioumschichtungen von überwiegend semi-institutionellen Anlegern wie Dachfonds und Vermögensverwaltungen.

Mittwoch, 7.20 Uhr: Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach der kräftigen Vorgabe der Wall Street deutlich zugelegt. Der Nikkei-Index  für 225 führende Werte notiert bei 8212 Punkten und verzeichnet einen Gewinn von 12,7 Prozent. Der breit gefasste Topix verbesserte sich bis zur Handelsmitte um 41,36 Punkte oder 5,28 Prozent auf 825,39 Punkte. Dazu trug auch die deutliche Abschwächung des Yen bei.

23.25 Uhr: Die Deutsche Börse reagiert auf die Kurskapriolen der VW-Aktie. Wie der Börsenbetreiber mitteilt, wird der Anteil des Autobauers am Dax  mit dem Handelsstart am Montag auf 10 Prozent zurückgesetzt.

23.15 Uhr: Der Indexbetreiber Stoxx setzt den Anteil von VW an der Berechnung des Euro Stoxx  von Handelsbeginn am Freitag an herab. Es werde dann unterstellt, dass der frei handelbare Anteil von Volkswagen-Stammaktien nur noch gut 37 statt bisher knapp 50 Prozent betrage. Damit reagiert Stoxx auf die hohe Volatitlität und die starke Überbewertung der VW-Aktie in den vergangenen Tagen.

Dienstag, 21.09 Uhr: Nach einer kurzen, aber fulminanten Rally stehen die Schlusskurse in New York fest - und sind überraschend hoch. Der Dow Jones  schließt mit 9065,12 Punkten, fast 1000 Punkte über dem Vortagsergebnis. Der Nasdaq Composite  notiert mit 1649,47 Zählern.

Krisenticker vom Vortag: "Lage ist gefährlicher geworden"

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