BMW Neue Milliardenverluste bei Rover möglich

Rover bleibt für die Münchener vorerst ein Milliardengrab. Der Konzern schließt für 1999 höhere Verluste bei der britische Autotochter nicht mehr aus, nachdem diese 1998 ein Minus von 1,9 Milliarden Mark ausweisen musste.

Berlin - Das sagte BMW-Sprecher Richard Gaul in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochsausgabe). Grund seien zusätzliche Vorsorgeaufwendungen bei Rover. Für das Geschäftsjahr 1999 sei mit einem Absatzrückgang bei Rover in der Größenordnung von 25 Prozent zu rechnen. Im ersten Halbjahr habe der Rückgang 30 Prozent betragen.

Damit sei jedoch die Talsohle erreicht, im vierten Quartal 1999 sei der Abwärtstrend der Marke Rover durchbrochen worden. Seit dem Modellwechsel im Spätsommer 1999 zeichne sich eine Trendwende bei Rover ab, sagte Gaul der Zeitung. "Der Absatz der Rover-Fahrzeuge entwickelt sich positiv und liegt im Rahmen der Erwartungen," fügte er hinzu. Für das laufende Jahr könne mit einem deutlichen Absatzzuwachs gerechnet werden. Im kommenden Jahr soll dann aufgrund von Kosteneinsparungen sowie anziehender Absatzzahlen bei neuen Rover-Modellen das Ergebnis "deutlich verbessert" werden. Auch der niedrige Pfundkurs würde sich positiv auf das Ergebnis auswirken.

BMW erwarte ferner, dass die derzeit von der EU-Wettbewerbskommission untersuchten britischen Subventionen für das Rover-Werk in Longbridge "uneingeschränkt und rasch" genehmigt werden. "Anderenfalls müssen wir uns die Frage neu stellen, ob Longbridge der richtige Standort ist," sagte der Sprecher. Dies wisse man in Brüssel, dies wisse auch die britische Regierung. Gaul verwies in diesem Zusammenhang auf den Volkswagen-Konzern, der beispielsweise bei Investitionen in Mosel unter günstigeren Rahmenbedingungen höhere Subventionen als im Fall Rover erhalten habe.