Devisenmarkt G7 stützen Yen

Die sieben wichtigsten Industriestaaten sind besorgt über die Kursausschläge der japanischen Währung Yen. Die Devise des Landes hat zuletzt so stark an Wert gewonnen, dass die Gewinne japanischer Exportunternehmen sinken und Tokios Aktienmarkt heute auf den niedrigsten Stand seit 26 Jahren gefallen ist. Jetzt wollen die G7 handeln.

Washington - Japans Finanzminister Shoichi Nakagawa sagte, es gebe ungeordnete Bewegungen auf den Devisenmärkten. Der Verfall der Aktienkurse drohe der japanischen Wirtschaft zu schaden. Japans führendes Börsenbarometer, der Nikkei-225-Aktienindex , hat heute den tiefsten Stand seit 26 Jahren erreicht. Er notierte zwischenzeitlich bei 7156 Punkten, das waren noch einmal 6 Prozent weniger als am Freitag vergangener Woche.

Der breiter gefasste Topix-Index weitete seine Verluste auf zeitweise mehr als 7 Prozent auf 749 Zähler aus.

Vor allem Bankenaktien waren auf Talfahrt und verloren teilweise bis zu 15 Prozent ihres Wertes. Der Yen hatte zuletzt deutlich gegenüber dem Euro und dem Dollar zugelegt. Jedoch auch nach der Ankündigung verlor der Yen nur leicht gegenüber Euro und Dollar. Nach der G-7-Erklärung kostete zum Beispiel ein Dollar 94,15 Yen nach 94,29 Yen im späten New Yorker Handel am Freitag. Vor der Erklärung lag er bei 93,98 Yen.

In einer in Washington verbreiteten Erklärung der G-7-Staaten hieß es dann auch am Montag, sie seien "besorgt über die jüngsten übertriebenen Schwankungen im Yen-Kurs und ihrer denkbaren negativen Folgen für die Stabilität von Wirtschaft und Finanzen". Die Finanzminister und Notenbankchefs kündigten zudem an, die Situation weiter genau zu beobachten "und angemessen zusammenzuarbeiten".

Der Schritt der G 7 sei verständlich, weil die Stärke des Yen den japanischen Herstellern immer mehr zu schaffen mache, sagte der Währungsexperte Dmyfor Evans von State Street Global Markets in Hongkong. Falls der Dollar unter 90 Yen falle, werde es wahrscheinlich eine Intervention der Notenbanken geben, sagte sein Kollege Masafumi Yamamoto von der Royal Bank of Scotland .

manager-magazin.de mit Material von reuters