Wochenausblick Dax wird konjunkturfühlig

Experten bleiben skeptisch. Sie rechnen bestenfalls mit einem kurzen Aufflackern der Kurse an der Börse. Zu scharf drohe der weltweite Wirtschaftsabschwung auszufallen, der die Gewinnaussichten der hiesigen Unternehmen beeinträchtigt. Hart könnte die Woche für Aktienbesitzer von Technologie- und Energieunternehmen werden.

Frankfurt am Main - "Mit dem globalen Konjunkturabschwung steht eine weitere schwere Belastung vor der Tür", glauben die Analysten der WestLB - und sind skeptisch, ob Deutschlands bedeutendstes Aktienbarometer, der Dax , bald die Wende schaffen könnte. Ihre Begründung wiegt schwer.

Die Unternehmen dürften wenig optimistisch nach vorn schauen und die Analysten ihre Gewinnschätzungen weiter revidieren. Und: Im derzeit schwankungsanfälligen Umfeld bleibe die Gefahr heftiger Marktreaktionen auf negative Nachrichten hoch.

"Alles in allem dürfte der Herbst an den Aktienmärkten in der Eurozone ungemütlich bleiben", befürchten dann auch die Experten der Landesbank Berlin. Darauf deuteten nicht zuletzt die auf neue Höchststände gekletterten Risikoaufschläge an den Kreditmärkten. Die Trendwende an den Aktienmärkten sei trotz möglicher technischer Gegenreaktionen vorläufig nicht in Sicht. Vielmehr sollten die Anleger sich auf neue Jahrestiefs einstellen.

Nach Meinung der DZ-Banker dürften jetzt vor allem Aktien jener Unternehmen unter Druck geraten, die ihre Umsätze im Technologie- und Energiesektor machten. Denn Technologieunternehmen litten unter der Konjunkturschwäche, der Energiesektor werde vom Ölpreisrückgang belastet. Behalten die DZ-Experten Recht, würde das den Dax schwer treffen: Aktienkursausschläge der Technologie- und Energieunternehmen habe einen großen Einfluss auf die Dax-Entwicklung. Diese Wertpapiere bringen inzwischen annähernd 30 Prozent des gesamten Dax-Gewichtes auf die Waage.

"Wir halten insgesamt Vorsicht weiter für angebracht und die Volatilität wird beträchtlich bleiben", lautet das Fazit der DZ Bank. Sirko Möllmann von der Weberbank wird deutlicher: "Wir sind weiterhin der Meinung, dass bis auf eine mögliche kurze technische Aufwärtsbewegung die Aktienmärkte vorerst nicht zum Kauf einladen."

manager-magazin.de mit Material von Gerold Löhle (dpa-afx)