Börse heute Dax bleibt im Keller

Zinsängste und eine schwach eröffnende Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut heftige Kursverluste beschert. Die Anleger sicherten in großem Stil Gewinne aus der 99er-Schlussrallye.

Frankfurt am Main - Nur fünf Titel waren auf der Gewinnerseite, der Rest ging mit Verlusten aus dem Markt. Der Dax gab um 2,4 Prozent nach auf 6.586 Zähler, der M-Dax sank um 1,9 Prozent auf 4048 Punkte. Am Neuen Markt fiel der Nemax-50 um minus 3,4 Prozent auf 4963 Zähler.

Damit konnte der Markt das Ausbleiben von Jahr-2000-Computerproblemen nicht in einen nachhaltigen Kursanstieg ummünzen. Nachdem sich der Dax am Montag zunächst zu neuen Rekorden aufmachte, schaltete man drei Gänge. Experten nehmen an, dass die US-Notenbank FED auf ihrer nächsten Sitzung Anfang Februar kräftig an der Zinsschraube drehen wird.

Der Rentenmarkt konnte sich unterdessen etwas erholen. Der Bund-Future notierte zuletzt bei 103,26 Prozent, was einem leichten Minus von sechs Stellen entsprach. Der Grund hierfür waren Umschichtungen von Aktien in Renten.

Die WGZ-Bank riet den Anlegern, sich in diesem Jahr auf zum Teil heftige Kursschwankungen einzurichten. Das Kreditinstitut erwartet zum Jahresende Indexstände zwischen 5500 und 7300 Punkten. Den Jahresendstand 2000 sieht die Bank auf dem nahezu gleichen Niveau wie 1999, also bei etwa 7000 bis 7200 Punkten.

Europa: Amsterdam verliert rund fünf Prozent

Alle restlichen europäischen Börsen meldeten ebenfalls ein negatives Vorzeichen. In Amsterdam ging es um 4,9 Prozent nach unten. London fiel um 4,1 Prozent und in Zürich verschlechterte sich der Index um vier Prozent. Der Euro-Stoxx-50-Index verlor 3,9 Prozent auf 4657 Zähler.

USA: Dow Jones bleibt auf Talfahrt

Auch die Wall Street eröffnete erneut schwächer. Der Dow Jones musste zuletzt ein Minus von 1,5 Prozent auf 11.189 Zähler hinnehmen. Der technologielastige Nasdaq-Index, der gestern noch im Plus schloss, verzeichnete zuletzt einen Verlust von 2,1 Prozent auf 4044 Punkte. Nach wie vor beherrschte die Angst vor einer Zinserhöhung das Marktgeschehen. So standen heute vor allem wieder die zinssensitiven Finanzwerte unter Druck. Allerdings verringerte sich die Rendite der 30jährigen US-Staatsanleihen zuletzt auf 6,55 Prozent. Wie in Deutschland profitierte der Rentenmarkt durch Umschichtungen aus den Aktien.

Devisen: Euro mit Auftrieb

Der Euro konnte sein Niveau über der Marke von 1,03 US-Dollar bislang verteidigen. Zuletzt sah man einen Wechselkurs von 1,0316 US-Dollar. Optimistische Äußerungen zur jungen Währung von Seiten Duisenbergs, Eichels und Trichets gaben dem Euro Auftrieb. Für einen Greenback musste man zuletzt 103,005 Yen bezahlen.

An den Edelmetallmärkten konnte sich das Gold zuletzt auf 281,60 US-Dollar je Feinunze leicht verbessern. Silber kostete zu diesem Zeitpunkt 5,29 US-Dollar je Unze.