Metro Immobilienverkauf soll Expansion sichern

Europas zweitgrößter Handelskonzern hat seinen gesamten Immobilienbesitz für 5,4 Milliarden Mark verkauft - zur Hälfte an sich selbst. Der Handelsriese will mit dem Erlös seine Expansionskasse füllen.

Düsseldorf - Die Kölner Metro AG trennt sich von sämtlichen Einzelhandelsimmobilien. In einem ersten Schritt verkaufte der Konzern zum 31.Dezember 1999 die insgesamt 290 Objekte in Deutschland, Griechenland, Ungarn, Luxemburg und der Türkei zum Buchwert von 5,4 Milliarden Mark an eine Vermarktungsgesellschaft. In einem zweiten Schritt sollen auch die Immobilien der ausländischen Cash & Carry-Märkte folgen. Mit dem Erlös will das Unternehmen vor allem das mehr Erträge versprechende internationale Cash & und Carry-Geschäft ausbauen.

Die Immobilien seien zu Konzernbuchwerten an eine Vermarktungsgesellschaft verkauft worden, an der die Westdeutsche Landesbank und die METRO beteiligt seien, teilte der Handelsriese am Dienstag mit. Die Verkaufsstandorte seien aber für die Metro-Töchter langfristig gesichert. Ziel der Gesellschaft sei es, das Immobilien-Portfolio in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren zu "wirtschaftlich optimalen Bedingungen" bei Investoren zu platzieren. Der Überschuss aus der Vermarktung gehe an die Metro. Die WestLB/Westdeutsche ImmobilienBank-Gruppe, erhalte eine marktübliche Vergütung.

Metro erwartet durch den Verkauf der Immobilien und den Einsatz der freiwerdenden Mittel in den Kerngeschäftsfeldern eine deutliche Verbesserung der Rentabilität auf das eingesetzte Kapital. Der Verkauf ist Bestandteil einer grundlegenden Umstrukturierung des Handelsriesen, der sich künftig ausschließlich auf die vier Kerngeschäftsfelder Cash & Carry (Metro/Makro), SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte (real,extra), Non-food-Fachmärkte (Media/Saturn,Praktiker) sowie die Warenhäuser (Galeria/Kaufhof) und den Zukunftsbereich E-Commerce konzentrieren will.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich das Unternehmen deshalb nach einem ähnlichen Muster von Konzerntöchtern mit einem Umsatzvolumen von 16 Milliarden Mark getrennt. Zu den Opfern des Großreinemachens bei der Metro gehörten damals Deutschlands bekannteste Computerhandelskette Vobis, Modemärkte wie Adler, die Schuhmärkte und die Tip-Discountmärkte.