Übernahme Lloyds bekommt HBOS billiger

Die britische Großbank Lloyds TSB hat die Notübernahme von HBOS neu verhandelt. Nach der Talfahrt der Kurse werden die Aktien des Wettbewerbers geringer bewertet. Beide Institute bekommen Staatshilfe. Auch die japanischen Partner der Investmentbank Morgan Stanley lassen die Bedingungen ihres Einstiegs ändern.

London - Die britische Großbank Lloyds TSB  hat die Übernahme des Wettbewerbers HBOS  zu einem geringeren Preis neu verhandelt. Die Übernahme werde nun unter den revidierten Bedingungen fortgeführt, teilte Lloyds TSB am Montagmorgen mit. Nach den neuen Konditionen sollen die HBOS-Aktionäre pro Titel nun 0,605 Lloyds-Aktien bekommen. Die Transaktion soll im Frühjahr 2009 abgeschlossen sein.

Vom schottischen Hypothekenfinanzierer HBOS hieß es, man sei nach wie vor zuversichtlich über den "substanziellen Nutzen der Übernahme durch Lloyds für die Aktionäre von HBOS". Mitte September hatte Lloyds die Übernahme des am Rand der Insolvenz stehenden Hypothekenfinanzierers HBOS bekanntgegeben. Die Offerte bewertete HBOS zu diesem Zeitpunkt mit insgesamt 12,2 Milliarden Pfund. Laut Vertrag sollten die HBOS-Aktionäre ursprünglich pro Titel 0,83 Lloyds-Aktien erhalten.

Bereits seit einigen Tagen machte am Kapitalmarkt das Gerücht die Runde, die HBOS-Übernahme werde neu verhandelt. Am Mittwoch vergangener Woche wies ein Sprecher von HBOS diese Spekulationen allerdings noch zurück.

Die beiden Banken teilten am Montag zudem erwartungsgemäß mit, dass sie zur Stärkung der Kapitalausstattung auf eine staatliche Geldspritze zurückgreifen werden. Großbritannien wird die Finanzhäuser im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung teilweise unter seine Kontrolle nehmen. Die Regierung kauft neue Vorzugsaktien ohne Stimmrechte, die zu einer vorrangigen Dividende berechtigen. Sie garantiert außerdem die Abnahme neuer Stammaktien für den Fall, dass sich nicht genug private Käufer finden.

Bis zu 40 Prozent Staatsanteil möglich

Bis zu 40 Prozent Staatsanteil möglich

HBOS will dabei 11,5 Milliarden Pfund neues Kapital erlösen, Lloyds 5,5 Milliarden. Durch die Ausgabe von Stammaktien im Wert von 8,5 Milliarden sowie Vorzugsaktien im Wert von drei Milliarden Pfund an die britische Regierung soll die Kernkapitalquote der in Edinburgh ansässigen HBOS auf 12 Prozent steigen. Lloyds will Stammaktien im Wert von 4,5 Milliarden Pfund ausgeben und Vorzugsaktien im Wert von einer Milliarde Pfund. Der britische Finanzminister Alistair Darling sagte, Großbritannien werde künftig mehr als 40 Prozent an Lloyds und HBOS halten, falls sich keine Privatanleger an der Kapitalerhöhung beteiligen.

Die Aktien von Lloyds sprangen am Vormittag mit plus 8 Prozent deutlich nach oben. Dagegen mussten die Aktien von HBOS erneut starke Verluste verkraften und fielen um 16 Prozent.

Morgan Stanley legt nach

Auch die New Yorker Investmentbank Morgan Stanley  musste den Einstieg der japanischen Großbank Mitsubishi UFJ Group (MUFG)  neu verhandeln. Wegen des Kursverfalls der Morgan-Stanley-Papiere in den vergangenen Tagen erhielten die Japaner jetzt bessere Konditionen, teilte die Bank am Montag in New York mit. Für insgesamt neun Milliarden Dollar sichert sich die japanische Bank rund 21 Prozent an Morgan Stanley. 7,8 Milliarden Doller investiert MUFG in Wandelanleihen, die in Stammaktien umgewandelt werden. Weitere 1,2 Milliarden Dollar stecken die Japaner in nicht wandelbare Vorzugsaktien. Beide seien mit einer Dividende von 10 Prozent ausgestattet.

Bei den wandelbaren Papieren wurde der Umtauschpreis von 31,25 Dollar auf 25,25 Dollar gesenkt. Die Morgan Stanley-Aktie war in der vergangenen Woche um rund 60 Prozent auf 9,68 Dollar gefallen. Am Montag legten die Papiere im vorbörslichen Handel deutlich zu. Experten zeigten sich erleichtert über den abgeschlossenen Einstieg der japanischen Bank. Der Abschluss sei einen Tag früher als geplant gekommen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx

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