Morgan Stanley Fatale Schwindsucht

Für Morgan Stanley wird die Luft extrem dünn. Durch den jüngsten Kursverlust ist der Börsenwert der US-Investmentbank dramatisch geschrumpft. Ob die lebenswichtige Kapitalspritze der japanischen Bank Mitsubishi UFJ wie geplant kommen wird, ist daher fraglich. Der Fall wird schon mit dem Absturz von Lehman Brothers verglichen.

New York - Eigentlich sollte die Beteiligung von Mitsubishi UFJ am kommenden Dienstag unter Dach und Fach sein. Nach dem jüngsten Kurssturz von 22 Prozent am Freitag ist Morgan Stanley  an der Börse aber nur noch rund 10,3 Milliarden Dollar wert, während die Mitsubishi UFJ sich im September bereiterklärte, neun Milliarden Dollar für einen Anteil von nur 21 Prozent an der Wall-Street-Bank zu zahlen.

Beide Seiten betonten in den vergangenen Tagen, die Investition solle wie geplant über die Bühne gehen. Am Wochenende prüften japanische Experten in New York die Bücher von Morgan Stanley, berichtete das "Wall Street Journal".

Mit dem Schlusskurs von 9,68 Dollar am Freitag hat sich der Preis der Morgan-Stanley-Aktie seit Mittwoch praktisch halbiert. Der Druck nahm zu, als die Ratingagentur Moody's bekanntgab, eine Abstufung der langfristigen Anleihen der beiden Geldhäuser zu erwägen. Am Freitag waren am Markt zudem neue Gerüchte aufgetaucht, die Investmentbank verliere Kunden und müsse schwere Einbußen im Zusammenhang mit der Pleite des Konkurrenten Lehman Brothers vor vier Wochen hinnehmen.

Beides wurde dementiert, die Aktie fiel jedoch trotzdem. Der Analyst Richard Bove von Ladenburg Thalmann schrieb bereits, dass ihn der Kursrutsch bei Morgan Stanley an die Entwicklung bei Lehman Brothers erinnere.

Allerdings setzt die US-Regierung seitdem zahlreiche Hilfsmaßnahmen für die Bankenbranche in Gang und prüft auch Beteiligungen an notleidenden Instituten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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