Notverkauf Stößt Ford seine Mazda-Aktien ab?

Ford plant angeblich, seinen Anteil an Mazda weitgehend zu verkaufen. Der schwer angeschlagene US-Autobauer könnte sich auf diese Weise im Kampf gegen die Absatzkrise etwas Luft verschaffen. Als Abnehmer ist der japanische Hersteller selbst im Gespräch.

Tokyo - Kreisen zufolge will Ford seinen Anteil an Mazda weitgehend abstoßen. Wie viel Ford genau verkaufen wolle, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Samstag nicht. Zuvor hatte der japanische TV-Sender NHK berichtet, Ford wolle 20 seiner 33,4 Prozent an Mazda abstoßen. Ford könnte dadurch etwa 800 Millionen Dollar erlösen.

Die Amerikaner hätten dazu bereits Kontakt mit japanischen Firmen aufgenommen. Es bestehe die Möglichkeit, dass Mazda selbst einen Teil übernehmen könnte. Mazda dementierte einen möglichen Deal auf Anfrage nicht. Eine Entscheidung sei bei Ford  aber noch nicht gefallen.

Ford-Chef Alan Mulally hatte erst am Freitag Gläubigerschutz als Ausweg aus der wirtschaftlichen Misere abgelehnt. Ziel sei die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Produktion solle in Zukunft besser an die konkrete Nachfrage gekoppelt werden. Zudem ginge der Konzern "sehr, sehr vorsichtig" mit seinem Bargeld um.

Ein Verkauf der Mazda-Anteile durch Ford hätte für die Japaner auch symbolischen Wert. Denn damit würde Ford den Rückzug der US-Autobauer aus Beteiligungen an der japanischen Konkurrenz fortsetzen. Auch General Motors (GM)  hatte in den vergangenen Jahren solche Beteiligungen sukzessive abgebaut.

Die Beteiligung von Ford an Mazda stammt bereits aus dem Jahr 1979, als die Amerikaner 25 Prozent der Anteile am japanischen Hersteller erwarben. 1996 wurde das Engagement auf 33,4 Prozent aufgestockt. In den vergangenen zehn Jahren half Ford dann maßgeblich beim Turnaround des schwächelnden japanischen Autobauers. Zuletzt fand Mazda in die Erfolgsspur zurück. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal 2008 versechsfachen.

Unterdessen teilte Ford mit, das der mit hohen Verlusten kämpfende US-Autokonzern einen neuen Finanzchef bekommt. Zum 1. November übernehme des bisherige Europa-Chef Lewis Booth den Posten von Ford-Veteran Don Leclair, so das Unternehmen.

Hintergrund: Ford ist von dem Abschwung am US-Automarkt schwer getroffen worden. Zuletzt machten sich die Anleger Sorgen, dass dem Konzern genauso wie dem Konkurrenten GM das Geld ausgehen könnte, eine weitere Abstufung des Kreditratings ist möglich. Die Ford-Aktie fiel deshalb am Donnerstag um 22 Prozent und am Freitag erneut um mehr als vier Prozent. Der Kurs steht danach auf dem Niveau von Anfang der 80er Jahre.

Nach Brancheneinschätzung "verbrennt" Ford jeden Monat rund eine Milliarde Dollar. Der Konzern betont jedoch, dass er ausreichende Reserven hat, um eine längere Durststrecke durchzustehen. Ford bezifferte das Finanzpolster nach dem zweiten Quartal auf 26,6 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters, afp, dpa

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