Freitag, 23. August 2019

Rezessionsangst Ölpreis fällt unter 80 Dollar

Die Angst vor einer Rezession hat den Ölpreis auf ein neues Jahrestief unter 80 Dollar pro Fass rutschen lassen. Die Industriestaaten werden weniger von dem Rohstoff nachfragen, erwartet die Internationale Energieagentur.

London/Paris - Die Ölpreise sind am Freitag nach einem massiven Kurseinbruch an den Aktienmärkten und Sorgen um die Konjunktur auf neue Jahrestiefststände gefallen. Gleichzeitig senkte die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für das Wachstum bei der Öl-Nachfrage auf den niedrigsten Wert seit 1993. Besonders die Industriestaaten werden demnach weniger Öl verbrauchen als bisher erwartet.

Sinkende Nachfrage: Die Industriestaaten werden weniger Öl verbrauchen, erwartet die internationale Energieagentur
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November sank am Nachmittag unter die Marke von 80 US-Dollar. Ein Barrel kostete 79,37 Dollar. Das waren 7,27 Dollar weniger als am Vortag. An der Rohstoffbörse in London fiel der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen auf 75,82 Dollar. Das waren 6,84 Dollar weniger als am Donnerstag.

Händler befürchten, dass die weiter tobende Finanzkrise die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Dies würde einen sinkenden Ölverbrauch bedeuten. Darüber hinaus zögen Anleger sich auch zunehmend aus den Ölmärkten zurück und legten ihre Gelder in sicheren Anleihen an, hieß es.

Am Vormittag kürzte die IEA die Wachstumsprognose für die Öl- Nachfrage für 2008 um 240.000 Barrel pro Tag. Der Verbrauch im laufenden Jahr soll nun bei täglich 86,5 Millionen Barrel liegen. Das ist ein Zuwachs von 0,5 Prozent oder 400.000 Barrel gegenüber 2007. Im kommenden Jahr sollen täglich 440.000 Barrel weniger verbraucht werden als bislang erwartet. Insgesamt sollen es nun 87,2 Millionen Barrel pro Tag sein. Das ist eine Steigerung um 0,8 Prozent oder 700.000 Barrel.

Besonders die Industriestaaten verbrauchen weniger Öl als vorhergesagt. Die OECD-Staaten werden 2008 demnach täglich 48,1 Millionen Barrel und damit 360.000 Barrel weniger als bisher geschätzt verbrauchen. 2009 werde die Nachfrage der OECD-Staaten auf 47,5 Millionen Fass pro Tag schrumpfen.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) versucht mit der Kürzung der Produktion einen Preisrückgang zu verhindern. Nach Einschätzung der IEA sank die Opec-Förderung im September um 300.000 auf 32,3 Millionen Fass pro Tag. Für das Gesamtjahr sei daher nur mit einer Zunahme des Angebots um täglich 150.000 Barrel zu rechnen.

Der Preis für Opec-Öl war am Donnerstag leicht gestiegen. Wie die Opec am Freitag in Wien mitteilte, erhöhte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl im Vergleich zum Vortag um 87 US-Cent auf 78,25 Dollar. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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