Dienstag, 20. August 2019

Wall Street Die Short Seller kommen zurück

Trotz der starken Schwankungen und des Kursverfalls an den Börsen: Ab morgen sollen in den USA die umstrittenen Börsenwetten auf fallende Kurse bei Finanzwerten wieder erlaubt sein. Die US-Börsenaufsicht geht damit ein hohes Risiko ein.

Washington - Wegen der Turbulenzen an den Märkten hatte die US-Börsenaufsicht die Spekulationsgeschäfte Mitte September für mehr als 900 Titel befristet untersagt. Nach drei Wochen läuft dieses Verbot nun aus, das Short Selling soll ab Donnerstag wieder erlaubt sein.

Short Selling: Wetten auf fallende Kurse sind in einem Bärenmarkt ein oft einträgliches Geschäft - bei hohem Risiko
In Deutschland und anderen europäischen Ländern gelten ähnliche Regelungen zunächst weiter. Die Wirkung des Verbots ist unter Experten umstritten, da es die steile Talfahrt der Finanzwerte zuletzt dennoch nicht stoppte.

Die Regelung traf besonders Hedge-Fonds und andere Spekulanten. Bei sogenannten Leerverkäufen verkaufen Investoren Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich von Dritten gegen Gebühr ausleihen. Sie hoffen auf fallende Kurse, um die Titel billiger zurückerwerben zu können. Die Differenz abzüglich der Leihgebühr streichen sie als Gewinn ein.

Viele Unternehmen mit stark abgestürzten Börsenkursen beklagen, sie seien durch die Wetten bewusst an den Rand des Abgrunds getrieben worden. So geben manche Experten den Spekulanten eine Mitschuld am Scheitern der US-Investmentbank Lehman Brothers. Befürworter der legalen Spekulationsgeschäfte sagen dagegen, Aktienkurse spiegelten nur die jeweils tatsächliche Lage eines Unternehmens.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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