Schickedanz Arcandor-Mehrheit abgegeben

Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat einen Teil ihrer Aktien verkauft. Gemeinsam mit einer Beteiligungsgesellschaft ließ sie anscheinend knapp 36 Millionen Aktien veräußern. Damit hätte die Gruppe ihre Mehrheit an Arcandor eingebüßt und dem Bankhaus Sal. Oppenheim den Arcandor-Einstieg ermöglicht, glauben Beobachter.

Essen - Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat sich offenbar von zwei Aktienpaketen des Essener Handels- und Tourismuskonzern Arcandor  getrennt. Wie das Essener Unternehmen in zwei Pflichtmitteilungen berichtete, wurden von der Madeleine Schickedanz Vermögensverwaltung und der dem Pool zugerechneten Schweizer Vermögensverwaltung Grisfonta AG bereits am Sonntag insgesamt rund 36 Millionen Aktien verkauft. Das entspricht einem Anteil von knapp 16 Prozent an Arcandor. Grisfonta wird dem Aktionärs-Pool um Schickedanz zugerechnet

Beobachter gehen davon aus, dass die Verkäufe im Zusammenhang mit dem am Montag bekanntgewordenen Einstieg der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim bei Arcandor stehen. Die Bank hatte angekündigt in zwei Schritten ein Paket von insgesamt 19,5 Prozent aus dem Besitz von Madeleine Schickedanz übernehmen zu wollen. Zuvor hatte die Bank bereits über eine Kapitalerhöhung rund zehn Prozent an Arcandor übernommen und dem in eine Krise geratenen Essener Handels- und Tourismuskonzern damit eine dringend benötigte Geldspritze verschafft.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Donnerstag) sollen die neuen Eigentümer der von Arcandor verkauften Warenhäuser unterdessen verstärkt Anstrengungen unternehmen, sich von Teilen ihres Immobilienpakets wieder zu trennen. Arcandor hatte die Warenhausimmobilien von Karstadt zuvor zum Abbau von Schulden verkauft und ist seitdem Mieter in der Läden.

Bis zu ein Drittel der Objekte stünden zur Disposition, hieß es unter Berufung auf "informierte Kreise". Darunter befänden sich kleinere, weniger rentable Warenhäuser, aber auch Parkhäuser und Bürogebäude. Besitzer der Immobilien ist mit 51 Prozent Whitehall, ein Immobilienfonds von Goldman Sachs , sowie ein Konsortium aus der Deutsche Bank-Tochter Rreef, dem italienischen Immobilienunternehmen Pirelli Re, Generali  und der Borletti Group.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

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