Finanzbranche UBS rechnet wieder mit Gewinn

Nach vier Quartalen mit Verlusten zum Teil in zweistelliger Milliardenhöhe sieht die Schweizer Großbank UBS Licht am Ende des Tunnels. Für das dritte Quartal stellt das Geldhaus einen "kleinen Gewinn" in Aussicht. Die Aktie klettert deutlich und stützt die Erholung im Finanzsektor.

Zürich - Die Bank, die gigantische Beträge in den amerikanischen Hypothekenmarkt investiert hatte, ist trotz allem ohne Staatshilfe ausgekommen und hat nun für das dritte Quartal einen kleinen Gewinn und für das Jahr 2009 schwarze Zahlen in Aussicht gestellt.

"Trotz der in letzter Zeit extrem volatilen Marktverhältnisse rechnet UBS  zurzeit damit, im dritten Quartal einen kleinen Gewinn auszuweisen, basierend auf vorläufigen Schätzungen", teilte die Bank am Donnerstag auf der am gleichen Tag stattfindenden dritten Aktionärsversammlung dieses Jahres mit.

Die Börse nahm das positiv auf. Die UBS-Aktien stiegen bis am Mittag um 10,6 Prozent auf 21,78 Franken. Der europäische Bankenindex lag vier Prozent im Plus.

Die Bank sei "recht erfolgreich" durch die Turbulenzen der vergangenen Wochen gekommen, sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer vor den Aktionären. UBS hatte frühzeitig ihr Kapital um 29 Milliarden Franken erhöht und konnte so die Verluste aus der US-Subprime-Krise von rund 45 Milliarden Franken verdauen. Während anderswo Banken Staatshilfe in Anspruch nehmen mussten, kann sich UBS nach Kurers Worten zu den am besten kapitalisierten Banken der Welt zählen.

Wiederaufnahme der Dividende

UBS konnte nach weiteren Angaben ihre Wertpapiere mit Bezug zum amerikanischen Hypothekensektor durch Verkäufe signifikant reduzieren. Zur Jahresmitte war die Bank in diesem Sektor netto noch mit mehr als 30 Milliarden Dollar im Risiko gestanden.

Über die Höhe der im dritten Quartal anfallenden Abschreibungen machte Kurer keine Angaben. Analysten schätzten den Betrag auf rund drei Milliarden Franken. Auch auf einen Arbeitsplatzabbau in der Investment Bank, von dem Zeitungen berichtet hatten, ging UBS nicht ein.

UBS wolle zu jedem Zeitpunkt eine starke Kapitalbasis erhalten, ebenso wie angemessene Liquidität und eine solide Bilanz, erklärte Kurer weiter. Die Schweizer Großbanken stehen derzeit unter dem Druck der Bankenaufsicht EBK, die eine deutlich höhere Eigenmittelaustattung verlangt und die Banken aufgefordert hat, in diesem Zusammenhang auch Zurückhaltung bei der Dividende zu üben.

Auf der Generalversammlung kündigte Kurer für 2010 die Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen an.

Das Jahr 2007 hat UBS mit einem Verlust von rund 4,4 Milliarden Franken abgeschlossen. Im ersten Quartal 2008 hatte das Minus 11,54 Milliarden Franken betragen. Im zweiten Quartal 2008 lag der Verlust noch bei 358 Millionen Franken, wobei auch eine Steuergutschrift von mehr als drei Milliarden Franken eine Rolle spielte.

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