Eurotrain Japaner bremsen Europäer aus

Siemens und die französische GEC Alstom zogen den Kürzeren. Im Rennen um den taiwanesischen Hochgeschwindigkeitszug unterlagen sie der japanischen Konkurrenz.

Tokio/Taipei - Die Taiwanesen erteilten einem japanischen Konsortium unter Führung des Handelsriesen Mitsui, der zum Schwerindustrie-Konzern Mitsubishi gehört, das Vorzugsrecht zur Verhandlung des knapp fünf Milliarden Mark teueren Projekts. Damit stehen auf beiden Seiten die Verhandlungspartner fest.

Das japanische Konsortium Taiwan Shinkansen Corporation besteht aus 30 Unternehmen, darunter Mitsubishi Heavy Industries und Toshiba. Bei dem Projekt geht es um den Bau einer 340 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Taipeh und Kaohsiung. Der Betrieb soll im Jahr 2005 aufgenommen werden.

Im Falle eines Vertragsabschlusses würde Japan erstmals die Technologie seines Hochgeschwindigkeitszugs Shinkansen, die japanische Variante des deutschen ICE-Zuges, exportieren können.

Erfahrung mit Erdbeben gab den Ausschlag

Damit zog das deutsch-französische Konsortium Eurotrain den Kürzeren. Ein Sprecher der Taiwan High Speed Rail Corp. (THSRC) begründete die Entscheidung zu Gunsten der Japaner mit deren flexibleren Plänen und besseren Angeboten zur Instandhaltung des Zugsystems.

Das europäische Konsortiums sei der japanischen Bietergruppe vor allem wegen deren Erfahrungen beim Schienen- und Zugbau in Erdbeben gefährdeten Gebieten unterlegen gewesen, sagte Phai Huaway, Sprecher des europäischen Konsortiums. Er gab sich aber kämpferisch und sieht noch Chancen für den Eurozug.

Die Vertragsverhandlungen sollen im Januar aufgenommen werden. Falls sie scheitern, hätten die Europäer noch eine Chance. Bis dahin hätten Siemens und Alstom ihr Angebot verbessert. Denn auch in Europa gäbe es Erdbeben, so der Sprecher.