Alitalia Investoren ziehen sich zurück

Der Bankrott der maroden italienischen Fluglinie Alitalia dürfte besiegelt sein: Das Investorenkonsortium CAI hat sein Angebot zur Rettung der Airline zurückgezogen. Mehrere Gewerkschaften haben sich dem Übernahmeplan widersetzt.

Rom - Die Mitglieder des Konsortiums CAI votierten in Mailand einstimmig für den Rückzieher, nachdem die Gewerkschaften den Übernahmeplan für Alitalia  nicht akzeptiert hatten, wie die Nachrichtenagentur Ansa aus einer CAI-Erklärung zitiert. Der Plan hätte die Streichung von 3250 Stellen vorgesehen. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bezeichnete die Situation in einer ersten Reaktion als "dramatisch".

Die neun beteiligten Gewerkschaften hatten eine Frist bis Donnerstag 16 Uhr gesetzt bekommen, um dem Plan zuzustimmen - nur drei von ihnen hatten sich einverstanden erklärt. Die übrigen sechs, darunter die Vertretung der Piloten und der größte Gewerkschaftsbund CGIL, hatten weitere Verhandlungen gefordert.

CAI-Präsident Roberto Colaninno hatte am Mittwoch gewarnt, das Konsortium werde das Angebot zurücknehmen, wenn es keinen Konsens unter den Gewerkschaften gebe. Verkehrsminister Altero Matteoli hatte am Donnerstag seinerseits gemahnt: "Es gibt keine Alternative - wenn wir heute nicht unterschreiben, steht der Bankrott bevor."

"Ich habe die Bestätigung für den Rückzug des Angebots, die Lage ist dramatisch", sagte Berlusconi vor Journalisten. Es sei offensichtlich, dass es "große Verantwortlichkeiten vor allem auf Seiten des CGIL-Bundes und der Pilotengewerkschaft" gebe, fügte Berlusconi hinzu.

Herber Schlag für Berlusconi

Der Alitalia-Bankrott wäre ein herber Schlag für Berlusconi: Er hatte darauf gesetzt, einheimische Käufer für die in Not geratene Fluglinie zu finden. Bereits den gescheiterten Plänen der französisch-niederländischen Fluglinie Air France-KLM  zur Alitalia-Übernahme hatte er sich vehement widersetzt.

Alitalia schreibt seit Jahren hohe Verluste und konnte den Betrieb in den vergangenen Monaten nur durch einen Überbrückungskredit aufrechterhalten. Das Unternehmen hatte sich Ende August für pleite erklärt und wurde unter die Verwaltung von Sonderkommissar Augusto Fantozzi gestellt. Derzeit macht Alitalia täglich drei Millionen Euro Verlust.

manager-magazin.de mit Material von afp

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