Höhenflug Finanzkrise beflügelt Goldpreis

Die heftigen Turbulenzen auf den Finanzmärkten treiben immer mehr Anleger ins Gold. Das Edelmetall hat sich seit gestern so stark verteuert wie lange nicht. Erst die Liquiditätsspritze der Notenbanken setzte dem Anstieg ein Ende - vorläufig.

Hamburg - Der Goldpreis hat am Donnerstag nach dem Rekordsprung vom Vortag seinen Höhenflug fortgesetzt. Die jüngste Zuspitzung der Finanzkrise hatte am Mittwoch eine regelrechte Flucht in Sicherheit ausgelöst und den Preis förmlich in die Höhe katapultiert.

Auch am Donnerstagmorgen setzte Gold  seinen Höhenflug fort und kletterte zunächst bis auf 893,05 US-Dollar je Feinunze. Damit ist der Goldpreis binnen eines Tages um mehr als 100 Dollar aufwärts geschnellt. Mit der Beruhigung an den Aktienmärkten im Zuge der konzertierten Aktion führender Notenbanken an den Geldmärkten büßte Gold einen Teil seiner Gewinne ein und notierte am Mittag bei 875,13 Dollar.

Die steigende Risikoaversion lässt sich nach Einschätzung der Commerzbank  auch an den steigenden Sätzen für den Interbankenhandel ablesen. Die Währungshüter reagierten auf die anhaltend negativen Nachrichten und die verstärkten Spannungen zur Finanzkrise und pumpten am Morgen auch Dollar-Liquidität in den Markt. "Die Zentralbanken haben die Verspannungen im Interbanken-Markt etwas beruhigt", sagte Metallanalyst Robin Bhar von Calyon.

Die derzeitige Konstellation kann aus Sicht der Commerzbank als perfekte Ausgangssituation für das Krisenmetall Gold bezeichnet werden. Die starke physische Nachfrage falle zusammen mit der dramatischen Zuspitzung der Finanzkrise, welche mit einem Vertrauensverlust in alle herkömmlichen Anlageklassen einhergehe. "Die Investmentnachfrage dürfte jetzt wieder deutlich anziehen", erwartet das Bankhaus.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afxp

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