Freitag, 6. Dezember 2019

Einigung Barclays kauft Teile von Lehman

Die britische Bank Barclays will Teile der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers übernehmen. Der Deal hat ein Volumen von 1,75 Milliarden Dollar und könnte 9000 Lehman-Mitarbeitern den Job retten. Es fehlen nur noch einige Genehmigungen.

London - Die britische Barclays Bank Börsen-Chart zeigen übernimmt die Kapitalmarktsparte der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers Börsen-Chart zeigen. Die Übernahme soll nach einer am Mittwoch in London verbreiteten Erklärung bis zum 24. September abgewickelt sein.

Teilweise gerettet: Ein Stück von Lehman geht an Barclays
Barclays bot insgesamt 1,75 Milliarden Dollar (rund 1,23 Milliarden Euro) an. Davon entfallen 250 Millionen Dollar auf die Kapitalmarktsparte selbst, die übrigen 1,5 Milliarden Dollar auf den Sitz von Lehman Brothers in New York und zwei angeschlossene Bankencenter im US-Bundesstaat New Jersey.

Einige Barclays-Aktionäre hätten sich stark für das Geschäft engagiert, teilte das britische Unternehmen mit. Dies könne eine Kapitalerhöhung im Umfang von einer Milliarde Dollar nach sich ziehen. In den an Barclays übergehenden Teilen von Lehman Brothers ist die Hälfte der bislang 20.000 Mitarbeiter beschäftigt. Durch die Übernahme könnten daher rund 9000 Lehman-Beschäftigte unter dem Dach von Barclays ihren Job behalten, berichtete das "Wall Street Journal Online" am Dienstagabend.

Höhere Gewinne, höhere Eigenkapitalquote

Barclays hatte am Wochenende Übernahmegespräche mit Lehman scheitern lassen und dies damit begründet, dass eine Übernahme nicht im Interesse der Aktionäre sei. Am Montag hatte Lehman Brothers Konkurs angemeldet und damit schwere Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst.

Der Abschluss des Transaktion bedarf noch diverser behördlicher Genehmigungen; unter anderem muss auch das für Lehman Brothers zuständige Insolvenzgericht zustimmen. Sollte die Transaktion nicht bis zum 24. September abgeschlossen sein, könne die Kaufabsicht für nichtig erklärt werden, teilte die Londoner Barclays weiter mit.

Barclays-CEO John Varley sagte, der Kauf der Vermögenswerte diene der Strategie der größeren regionalen Diversifikation und besseren Streuung nach Tätigkeitsfeldern. Unter dem Strich werde der Kauf zu höheren Gewinnen und einer höheren Eigenkapitalquote führen, stellte Barclays in Aussicht, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Die Einigung zwischen Lehman Brothers und Barclays kommt für Branchenkenner wenig überraschend. Bereits am Dienstagnachmittag hatte sich angedeutet, dass Barclays vor dem Kauf des Lehman-US-Geschäfts steht.

Da die Bank of America Börsen-Chart zeigen die Übernahme von Lehman Brothers ebenfalls absagte und stattdessen die Übernahme von Merrill Lynch Börsen-Chart zeigen bekannt gab, musste Lehman Brothers am Montagmorgen Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechtes beantragen.

manager-magazin.de mit Material von afp, dj, dpa-afx

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