Goldman Sachs ... aber immerhin noch schwarze Zahlen

Besser als erwartet, schlechter als erhofft: Der Gewinn der US-Investmentbank Goldman Sachs ist im dritten Quartal heftig eingebrochen. Der Überschuss ging binnen eines Jahres von 2,854 Milliarden auf 845 Millionen Dollar zurück. Die Aktie sackt spontan deutlich ab - und reißt den Rest der Märkte weiter runter.

New York - Die weltgrößte US-Investmentbank Goldman Sachs bekommt die Kreditkrise nun ebenfalls schmerzhaft zu spüren. Das US-Geldhaus verdiente nach Angaben vom Dienstag im dritten Quartal netto 845 Millionen Dollar und damit rund 70 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Einnahmen halbierten sich auf 6,04 Milliarden Dollar. Goldman-Aktien notierten im vorbörslichen Handel in New York nach Vorlage der Geschäftszahlen 6 Prozent im Minus. Goldman Sachs kam bislang im Gegensatz zu seinen Rivalen vergleichsweise unbehelligt durch die Finanzkrise. Durch Spekulationen auf fallende Kurse konnte Goldman sogar zeitweise großen Profit aus der Krise schlagen.

Analysten hatten für Goldman Sachs  einen Gewinnrückgang um 44 Prozent erwartet. Zudem war von Abschreibungen zwischen ein und zwei Milliarden Dollar ausgegangen worden. Morgen richten sich die Blicke erneut nach New York, wo Morgan Stanley  ebenfalls Zahlen vorlegen wird. Analysten erwarten bei der zweiten noch verbliebenen unabhängigen Investmentbank einen Gewinnrückgang um bis zu 72 Prozent sowie ebenfalls Abschreibungen von ein bis zwei Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Die insolvente Lehman Brothers hatte bei Vorlage der Quartalsbilanz in der vergangenen Woche einen Verlust von 3,9 Milliarden Dollar und Abschreibungen von 7,8 Milliarden Dollar ausgewiesen.

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An den Märkten wurden die zahlen von Goldman mit Enttäuschung aufgenommen. Ein Händler sagte: "Alle haben mit sehr guten Zahlen gerechnet, alleine um die Märkte zu beruhigen - jetzt waren die Ergebnisse wie erwartet und das enttäuscht."

In Frankfurt sank der Dax auf unter 5900 Punkte, den tiefsten Stand seit zwei Jahren. In London rutschte der FTSE unter die Marke von 5000 Punkten, so tief wie seit Juni 2005 nicht mehr. Die Finanztitel bauten ihre Verluste besonders stark aus. Die Papiere der Deutsche Bank reagierten zwar zunächst positiv auf die Zahlen, gaben dann aber mit minus 5,22 Prozent auf 51,38 Euro auf ihr bisheriges Tagestief nach.

Ein weiterer Händler ergänzte, dass es nicht die erhofft positive Überraschung bei Goldman gegeben habe und zudem der Ausblick "nicht so toll" sei. Insgesamt könne das die Gemüter nicht beruhigen.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa, dow jones