Deutsche Börse Staatsfonds als Schutz vor Zerschlagung

Die Deutsche Börse sucht bei Staatsfonds Unterstützung gegen ihre kritischen Großaktionäre. Börsen-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz soll den Staatsfonds Temasek aus Singapur eingeladen haben, sich an dem Frankfurter Marktbetreiber zu beteiligen.

Frankfurt am Main - Temasek prüfe Viermetz' Vorschlag bei der Deutschen Börse einzusteigen. Es sei aber alles andere als sicher, dass das staatliche Investmentvehikel tatsächlich Interesse habe. Das berichtet die "Financial Times" am Wochenende unter Berufung auf informierte Kreise.

Die Börse plane keine Kapitalerhöhung, sodass der Fonds gezwungen wäre, bisherigen Aktionären Anteile abzukaufen, so das Blatt weiter. Die Deutsche Börse wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Ein Temasek-Sprecher sagte am Samstag in Singapur, er werde sich zu Spekulationen nicht äußern.

Die Börse habe die Deutsche Bank  beauftragt, einen "Ankeraktionär" ausfindig zu machen, meldete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Auch hier hieß es, die Bank werbe primär bei ausländischen Staatsfonds. Die Deutsche Bank äußerte sich zu dem Bericht nicht.

Die Deutsche Börse fürchtet, dass ihre Großaktionäre, die Hedgefonds TCI und Atticus, den Druck weiter erhöhen, um mehr Geld aus ihrem Anteil zu schlagen. Die Fonds, denen zusammen 19,3 Prozent an der Börse gehören, hatten erst kürzlich erklärt, künftig gemeinsame Sache zu machen. Das Management der Börse hatte sich daraufhin vom Aufsichtsrat Rückendeckung für die eigene Strategie geholt. Spekuliert wird, die Hedgefonds könnten eine Zerschlagung der Börse planen. Das Management will aber die drei Säulen des Geschäftsmodells - Kassa- und Derivatehandel sowie Abwicklung - erhalten.

In der Vergangenheit hatten die Fonds bei der Börse bereits mehrfach das Management ausgekontert, so bei der gescheiterten Übernahme der Londoner Börse LSE .

manager-magazin.de mit Material von reuters

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