Lehman Planen mit dem Zusammenbruch

Fieberhaft arbeiten US-Banken an einer Lösung für Lehman Brothers, bevor der Börsenhandel am Montag dem maladen Institut den Rest gibt. Mit staatlicher Hilfe ist diesmal nicht zu rechnen. So könnte nur noch eine Zerschlagung helfen. Experten spielen aber auch schon den schlimmsten Fall durch.

New York - Ein Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers  kann offensichtlich nur noch durch eine Zerschlagung verhindert werden. Es werde immer klarer, dass der ursprünglich geplante Verkauf der gesamten Bank an einen Konkurrenten kaum zu erzielen sei, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag in der Online-Ausgabe.

Wall-Street-Banker und US-Behörden suchen weiter fieberhaft nach einer Lösung für die viertgrößte amerikanische Investmentbank. Aus Angst, ein neuer Kurssturz am Montag könnte der 158 Jahre alten Traditionsbank das Genick brechen, wird alles darangesetzt, noch am Wochenende eine Einigung zu erzielen.

Ein Knackpunkt seien vom Ausfall bedrohte Kreditpapiere bei Lehman, die niemand im Alleingang oder ohne Unterstützung der US- Regierung übernehmen wolle. Finanzminister Henry Paulson hatte kategorisch klargemacht, dass von Washington diesmal keine finanziellen Hilfen zu erwarten seien. Nun gehe es in den Gesprächen vor allem um eine Zerschlagung der Investmentbank und wie man im Fall ihrer Pleite den Schaden für das weltweite Finanzsystem möglichst gering halten kann, hieß es.

Der aktuelle Rettungsplan sieht vor, dass Lehman Brothers in zwei Teile aufgespalten wird, wie es in übereinstimmenden Medienberichten hieß. Es wären eine "gute Bank", in der die sicheren Vermögenswerte gebündelt werden, und eine "schlechte Bank", in die vom Ausfall bedrohte Papiere vor allem aus dem Immobiliensektor kommen.

Übernahme von 30 Milliarden Dollar Schulden

Übernahme von 30 Milliarden Dollar Schulden

Ein Käufer wie die Bank of America  oder die britische Barclays Bank  würde bei diesem Szenario die "gute Bank" übernehmen. Den notleidenden Teil von Lehman würden mehrere Wall-Street-Banken gemeinsam auf sich nehmen. Sie seien bereit, mit bis zu 30 Milliarden Dollar für mögliche Verluste einzustehen, berichtete die "New York Times".

Allerdings gebe es für diesen Plan auch zahlreiche Hindernisse. So liege das Gesamtvolumen der von Ausfall bedrohten Lehman-Papiere deutlich höher bei 85 Milliarden Dollar, schrieb das "Wall Street Journal". Außerdem fänden es einige Banken unfair, wenn ein Käufer zum Schnäppchenpreis den gesunden Teil von Lehman Brothers bekommt und sich nicht an den Verlusten aus dem notleidenden Geschäft beteiligt, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Teilnehmer. Andere forderten weiterhin Regierungsgarantien.

Die Barclays Bank scheine inzwischen mehr Interesse als die Bank of Amerika an einer Übernahme der gesunden Lehman-Werte zu haben, berichtete das "Wall Street Journal". Allerdings verlangten beide nach wie vor gewisse Unterstützung von der Regierung.

Bei den Beratungen in der New Yorker Notenbank spiele ein Team inzwischen auch Folgen eines Lehman-Zusammenbruchs für die Finanzmärkte durch, hieß es. Eine Pleite von Lehman Brothers könnte eine Kette von Zahlungsausfällen nach sich ziehen, die die weltweit verwobenen Märkte erschüttern würde.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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