Im Blickpunkt Steuerpläne lassen Dax abheben

Die geplante Steuerbefreiung von Anteilsverkäufen bei Firmen hat auch nach den Weihnachtsfeiertagen Kurssprünge am deutschen Aktienmarkt ausgelöst.

Berlin/Frankfurt am Main - Nach der Hausse vor Weihnachten haben deutsche Finanzaktien am Montagmorgen erneut mit zweistelligen prozentualen Zuwachsraten aufgewartet. Deutsche Bank legten elf Prozent auf 90,39 Euro zu, HypoVereinsbank 7,4 Prozent auf 71,19 Euro.

Händler verwiesen darauf, dass sich der von den Steuerplänen des Bundes ausgelöste Aufschwung fortsetze. Allerdings seien die hohen Zuwächse "nicht mehr nachvollziehbar", hieß es. "Das sollte man mit Vorsicht genießen", warnte ein Händler einer Frankfurter Großbank. "Da stellt sich die Frage, wem in den nächsten Tagen als erstes die Luft ausgeht." Derzeit halte jedoch niemand den Käufern entgegen. Teilweise würden die Sprünge auch durch das Decken von Short-Positionen ausgelöst.

Das Bundesfinanzministerium hatte vor Weihnachten bestätigt, dass Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen, die eine Kapitalgesellschaft an einer anderen hält, ab 2001 nicht mehr steuerpflichtig sein sollen. Das Ministerium erklärte, die geltende Regelung des Körperschaftssteuergesetzes zur Besteuerung von Veräußerungsgewinnen bleibe erhalten und werde auf Inlandsbeteiligungen ausgedehnt. Diese Änderung werde wichtige Impulse für die notwendige Modernisierung und Restrukturierung der Wirtschaft geben, erklärte das Ministerium. Durch diese Neuregelung seien keine Steuerausfälle zu erwarten, sagte ein Sprecher ergänzend. Die Bundesregierung hatte ihren Entwurf für eine umfassende Steuerreform am Dienstag vor Weihnachten vorgestellt.

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