Mobilfunk Siemens kauft Handy-Sparte von Bosch

Siemens will die Handy-Produktion von Bosch Telecom übernehmen. Eine Entscheidung soll bereits im Januar fallen.

Stuttgart/München - Die Robert Bosch GmbH und die Siemens AG unterzeichneten nach Siemens-Angaben eine grundsätzliche Übereinkunft, dass beide Unternehmen in diesem Bereich gemeinsame Interessen haben. Siemens sei im Handy-Geschäft auf Expansionskurs, Bosch wolle seinen Geschäftsbereich GSM-Endgeräte abgeben, betonte ein Siemens-Sprecher. Er fügte hinzu: "Es gibt aber noch keine Entscheidung".

Zunächst sollen in weiteren Gesprächen nun die Inhalte eines möglichen endgültigen Abkommens besprochen werden. Es sei damit zu rechnen, dass noch im Januar eine Entscheidung falle. Siemens habe aber nicht vor, eine Produktionsstätte zu übernehmen, betonte der Konzernsprecher.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte kürzlich angekündigt, dass der Konzern im Zuge des Handy-Booms den Absatz von Mobiltelefonen im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) auf mehr als 20 Millionen fast verdoppeln will.

Bereits im September hatte die Bosch GmbH angekündigt, ihren Telekommunikationsbereich (18.700 Mitarbeiter) verkaufen zu wollen. Im November wurde der Bereich Öffentliche Netze an die britische Marconi abgegeben. Die Verhandlungen über die Sparte Private Netze mit der US- Investmentfirma KKR wurden den "Stuttgarter Nachrichten" zufolge Anfang der Woche unterbrochen. Im Geschäftsbereich Endgeräte beschäftigt Bosch rund 2500 Mitarbeiter, 1800 davon im dänischen Werk Pandrup, das 1998 eröffnet wurde.

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