Vodafone Mannesmann-Chefs werden gefeuert

Chris Gent will reinen Tisch machen. Der Vodafone AirTouch-Chef plant, nach einer geglückten Übernahme, die kompletten Mannesmann-Chefetage um Klaus Esser zu ersetzen.

Düsseldorf - "Wir werden Schlüsselpositionen in beiden Gremien mit unseren Leuten besetzen, um das Geschäft weiter voranzutreiben", machte Vodafone-Chef Chris Gent unmißverständlich deutlich. Wenn Mannesmann-Vorstand und -Aufsichtsrat sehen, was die Aktionäre wollen, würden sie einem Rücktritt auch nicht im Wege stehen. Im Falle einer Verzögerungstaktik Mannesmanns wolle Vodafone die Einberufung einer Aktionärsversammlung vor dem Amtsgericht Düsseldorf erkämpfen.

Nach Gents Worten soll der Mobilfunkbetreiber Orange, wie erwartet, aus dem Mannesmann-Konzern abgetrennt werden. Mit umgerechnet 60 Milliarden Mark habe Mannesmann zu viel Geld für den drittgrößten britischen Mobilfunkbetreiber gezahlt. Diese Tatsache habe Vodafone in seinem Kaufangebot für Mannesmann berücksichtigen müssen. Ohne Orange hätte Vodafone ein noch günstigere Angebot für Mannesmann vorlegen können.

Auf konkrete Zahlen, wie viele Mannesmann-Aktionäre das Kaufgebot bereits akzeptiert hätten, wollte sich Gent nicht festlegen. In Deutschland habe das Unternehmen praktisch mit allen institutionellen Anlegern gesprochen. Gent: "Viele haben mir gesagt, dass sie beabsichtigen, ihre Aktien zu tauschen." Sie seien vom strategischen Ansatz der geplanten Übernahme überzeugt. Gent betonte, dass Vodafone eine absolute Mehrheit über 50 Prozent anstrebe.

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