Mannesmann-Poker Gent bläst zum Angriff

Die größte Übernahmeschlacht der Wirtschaftsgeschichte geht in die heiße Phase: Nach langem Zögern hat Vodafone AirTouch seine Offerte an die Mannesmann-Aktionäre vorgelegt.

Düsseldorf - Der britisch-amerikanische Konzern bietet, wie lange angekündigt, 53,7 eigene Aktien für jedes Mannesmann-Papier und damit 47,2 Prozent am gemeinsamen Unternehmen. Eine Bargeld-Komponente gibt es nicht. Die Übernahme hätte damit ein Volumen von rund 138 Milliarden Euro (270 Milliarden Mark).

Die Mannesmann-Aktionäre erhielten damit eine "satte Prämie" und eine Beteiligung an den verbesserten Wachstumsaussichten eines Gemeinschaftsunternehmens, sagte Vodafone-Chef Chris Gent. Er schloss eine Nachbesserung aus. Einzige Ausnahme: Falls ein Konkurrent ein besseres Angebot machen sollte.

"Vodafone AirTouch und Mannesmann gehören zusammen", warb der Chef des Mobilfunkriesen für das Zusammengehen. Eine Fusion biete bessere Wachstumsmöglichkeiten auf weltweiter Ebene als die rein auf Europa ausgerichtete Mannesmann-Strategie. Das neue Unternehmen habe die Möglichkeit auf dem Massenmarkt Mobilfunk eine weltweite Marke einzuführen und könne außerdem seine Einkaufsmöglichkeiten durch die größere Nachfragemacht spürbar verbessern. Die möglichen Synergieeffekte bezifferte er auf rund 1,8 Milliarden Mark im Jahr 2004.

Die Angebotsfrist beginnt Heiligabend und endet am 7.Februar. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete in seiner Donnerstagausgabe, bei einer erfolgreichen feindlichen Übernahme wolle Vodafone spätestens im Juni 2000 die Macht bei der Düsseldorfer Firmengruppe übernehmen. Diesen Anspruch wolle Gent notfalls auch gerichtlich durchsetzen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.