Coba Wie der Dresdner-Deal finanziert wird

Für die Commerzbank ist der Kauf der Dresdner Bank ein finanzieller Kraftakt ohne Beispiel. Der Preis entspricht beinahe dem Börsenwert der Commerzbank selbst. Deshalb kann sie den Erwerb nur in zwei Schritten stemmen und muss der Allianz Firmenteile abgeben.

Frankfurt am Main - Wie manager-magazin.de bereits vor Tagen exklusiv gemeldet hatte, erfolgt der Verkauf der Dresdner Bank in zwei Schritten. Der Kaufpreis beträgt nach derzeitiger Berechnung - abhängig von der Entwicklung der Aktienkurse - 8,8 Milliarden Euro, hinzu kommen Kosten von knapp einer Milliarde Euro, um Risiken der Dresdner Bank abzusichern.

Im ersten Schritt erwirbt die Commerzbank  60,2 Prozent der Dresdner-Bank-Anteile. Die Allianz  erhält dafür 163,5 Millionen neue Commerzbank-Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage stammen. Das entspricht einem Anteil von 18,4 Prozent am Grundkapital der Commerzbank.

Diese Beteiligung ist nach Unternehmensangaben derzeit rund 3,4 Milliarden Euro wert, allerdings auf Basis eines Durchschnittskurses der Commerzbank-Aktie von 20,80 Euro. Am Montag jedoch stürzte der Kurs um knapp 12 Prozent auf weniger als 18 Euro ab.

Zusätzlich erhält die Allianz von der Commerzbank 1,6 Milliarden Euro in bar. Zur Finanzierung begibt die Commerzbank 65,4 Millionen neue Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts, die beschleunigt bei institutionellen Investoren platziert werden sollen.

Zweiter Schritt und Abschluss

Zweiter Schritt und Abschluss

Die Commerzbank-Fondsgesellschaft Cominvest wird im Rahmen der Transaktion von der Allianz-Vermögensverwaltung Allianz Global Investors übernommen. Die Cominvest wird dabei mit 700 Millionen Euro bewertet.

Die Commerzbank stellt darüber hinaus 975 Millionen Euro als Risikogarantie für ein Wertpapierportfolio der Dresdner Bank zur Verfügung. Das Geld bekommt ebenfalls die Allianz - allerdings nur, wenn es bis 2018 nicht zur Deckung möglicher Verluste benötigt wird.

Erst im kommenden Jahr übernimmt die Commerzbank im zweiten Schritt 39,8 Prozent der Dresdner-Anteile. Die Allianz erhält dafür im Gegenzug neue Commerzbank-Aktien im Wert von 3,2 Milliarden Euro.

Am Ende des Prozesses hält der Versicherer dann insgesamt knapp 30 Prozent an der neuen Commerzbank. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Commerzbank-Aktionäre auf der Hauptversammlung 2009 einer Kapitalerhöhung zustimmen. Einen vom Vorstand vorgeschlagenen Vorratsbeschluss hatten sie in diesem Jahr verweigert. Für die Zustimmung im kommenden Jahr spricht, dass die Allianz dann als Großaktionärin ein Mitspracherecht hat.

Die zur Dresdner Bank gehörende Oldenburgische Landesbank (OLB) bleibt bei der Allianz. Das Institut soll künftig neben der Commerzbank Produktlieferant für den Versicherer sein. Die mehr als eine Million Bankkunden, die bisher vom Allianz-Vertrieb betreut werden, gehen auf eine 100-prozentige Tochter der Allianz über. Mit den rund 170 OLB-Filialen wird die zukünftige Allianz-Bank gut 350 Geschäftsstellen zählen.

Die Transaktion soll spätestens Ende 2009 abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet der Versicherer mit Synergien von fünf Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

Übersicht: Die finanzielle Logik des Deals

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