Banken DZ und WGZ lassen Federn

Die potenziellen Fusionpartner, die genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank, haben für das erste Halbjahr einen niedrigeren Gewinn ausgewiesen. Für das Gesamtjahr und die weiteren Gespräche geben sich die jeweiligen Vorstände zuversichtlich.

Frankfurt - Die DZ Bank sieht sich trotz der Finanzkrise gut aufgestellt für eine Fusion mit der ebenfalls zum genossenschaftlichen Bankenlager gehörenden WGZ Bank. "Wir gehen mit soliden Ergebnissen in die weiteren Gespräche", erklärte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Freitag. Er gehe davon aus, das Ergebnis in diesem Jahr trotz der anhaltenden Marktturbulenzen gegenüber dem Vorjahr steigern zu können. 2007 erzielte die DZ Bank einen Gewinn vor Steuern von 1,07 Milliarden Euro.

In der ersten Jahreshälfte blieb das Ergebnis vor Steuern mit 496 Millionen Euro allerdings noch deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Im ersten Halbjahr 2007, das von der weltweiten Finanzkrise noch weitgehend unbelastet war, hatte die DZ Bank 1,25 Milliarden Euro erwirtschaftet. Nach Steuern stand Ende Juni ein Gewinn von 388 (Vorjahreszeitraum: 945) Millionen Euro in den Büchern.

Grund für den Rückgang war vor allem die Abschreibung von 139 Millionen Euro auf die Beteiligung an der kriselnden französischen Bank Natixis. Zudem seien 26 Millionen Euro Wertkorrekturen in Folge der Finanzkrise nötig gewesen. Der Zinsüberschuss der DZ Bank ging um 2,5 Prozent zurück auf 1,4 Milliarden Euro zurück, der Provisionsüberschuss um gut 9 Prozent auf 435 Millionen Euro.

Die DZ Bank und die WGZ Bank sind die beiden Spitzeninstitute der rund 1200 Genossenschaftsbanken in Deutschland. Die beiden Banken seien sich nach Medienberichten über die Ausgestaltung ihrer Fusion im Grundsatz einig.

WGZ-Überschuss fällt um 12 Prozent

In den vergangenen Jahren waren Gespräche über ein Zusammengehen allerdings immer wieder an Differenzen über das Geschäftsmodell gescheitert. So musste in diesem Zusammenhang Mitte Juli DZ-Bank-Aufsichtsratschef Christopher Pleister seinen Hut nehmen.

Indes hat auch die WGZ Bank im ersten Halbjahr Federn gelassen. Der Überschuss habe mit 81,3 Millionen Euro das Rekordergebnis des Vorjahreszeitraums um 12 Prozent verfehlt, teilte die Bank am Freitag mit. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2007, in dem die Finanzkrise voll durchgeschlagen war, habe das kleinere Institut der deutschen Genossenschaftsbanken den Gewinn allerdings mehr als verdoppelt.

Für das Gesamtjahr gab sich WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke zuversichtlich. Zwar könne der Vorjahresrekord angesichts der anhaltenden Krise an den Finanzmärkten nicht erreicht werden. Doch werde die Bank ein "gutes" Ergebnis erzielen. 2007 hatte das Spitzeninstitut 110 Millionen Euro verdient. "Das (...) Geschäftsmodell der WGZ Bank bewährt sich auch in Zeiten der Krise", sagte Böhnke.

Mit Blick auf die angestrebte Fusion mit der Frankfurter DZ Bank sagte Böhnke: "Beide Zentralbanken haben ihre Stärken und gehen auf der Basis solider Ergebnisse in die weiteren Gespräche."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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