Norddeutsche Affinerie Gewinnsprung dank Cumerio

Europas größte Kupferhütte Norddeutsche Affinerie kommt bei der Eingliederung ihres einstigen Rivalen Cumerio schnell voran. Der Betriebsgewinn des Unternehmens stieg im abgelaufenen Quartal über 200 Millionen Euro.

Hamburg - "Wir werden bereits bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres Synergien zwischen fünf und zehn Millionen Euro erzielen können. Für das kommende Geschäftsjahr 2008/2009 rechnen wir mit insgesamt 40 Millionen Euro. Langfristig sehen wir sogar ein Synergiepotenzial von jährlich 50 Millionen Euro", sagte Vorstandschef Bernd Drouven am Freitag.

Damit bezifferte er erstmals die langfristigen Erwartungen. Bereits im Frühsommer hatte sich die Norddeutsche Affinerie  nach ersten Fortschritten bei der Eingliederung der belgischen Cumerio zuversichtlich geäußert. Cumerio trägt seit Anfang März zum Ergebnis der NA bei.

Der Kupfermarkt habe sich bislang widerstandsfähig gegenüber der Finanzkrise und der weltweit nachlassenden Konjunkturdynamik gezeigt. Die Weltkupfernachfrage sei nach wie vor hoch. Vor diesem Hintergrund hielten sich die Kupferpreise auf hohem Niveau, teilte die NA mit. Im April hatte der Kupferpreis mit über 8800 Dollar pro Tonne ein Rekordhoch erreicht. Vor allem der Rohstoffhunger der aufstrebenden Wirtschaft in China lässt die Kupferpreise steigen.

Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni steigerte die NA den Konzernumsatz um 52 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn kletterte sogar um fast 80 Prozent auf 73 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn wuchs das Ergebnis vor Steuern auf 234 Millionen Euro. Bereinigt um Bewertungseffekte ergibt sich ein Vorsteuergewinn von 203 Millionen. Damit ist die NA bereits nach drei Quartalen nicht weit von ihrem Ziel eines Vorsteuergewinns von 250 Millionen Euro im Gesamtjahr (per Ende September) entfernt.

Der Aktienkurs bröckelte am Freitag nach einer anfänglich positiven Reaktion auf die Zahlen ab. Am Vormittag standen die Aktien mit minus 1,1 Prozent bei 31,60 Euro. Im frühen Handel hatten sie das Ergebnis noch mit einem Plus von bis zu 1,72 Prozent auf 32,50 Euro goutiert.

Die Zahlen sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge mit einem Nettoergebnis leicht unter und Umsätzen über den Erwartungen insgesamt "In-line" ausgefallen. Der Ausblick sei bestätigt worden, kommentierte der Händler am Morgen. Er schätze die Nachrichten moderat positiv ein. Allerdings könnten mögliche Aussagen zu den Plänen von Salzgitter  den Kurs am deutlichsten bewegen. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern stockte zuletzt seinen Anteil an der Kupferhütte auf 10,8 Prozent auf.

Unicredit äußerte sich zurückhaltend und Analyst Christian Obst bestätigte seine Empfehlung "Hold" mit dem Kursziel 32 Euro. Wegen der anhaltend niedrigen Schmelz- und Raffinierlöhne, die NA in der Kupferproduktion erlöst, blieben operative Unsicherheiten. Zudem gebe es Sorgen um die produktionsseitige Nachfrageentwicklung.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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