Preissteigerung Inflation lässt nach

Sinkende Ölpreise haben die Inflation im August etwas gedämpft. Auch Lebensmittel wurden unter dem Strich günstiger, einige Nahrungsmittel wie Molkereiprodukte dagegen teurer.

Berlin - Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Juni und Juli lag die Teuerungsrate noch mit jeweils 3,3 Prozent auf dem höchste Niveau seit rund 15 Jahren. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 3,2 Prozent gerechnet. Von Juli auf August sanken die Preise sogar um 0,3 Prozent und damit stärker als erwartet. Experten sehen den Höhepunkt der Inflation damit überschritten.

Hauptgrund für den Rückgang ist der billigere Ölpreis. Er erreichte Mitte Juli mit 147 Dollar je Fass ein Rekordhoch. Derzeit kostet ein Barrel rund 30 Dollar weniger. Dadurch wurden Benzin und Diesel um rund 5 bis 6 Prozent billiger als im Vormonat, wie die Daten aus sechs Bundesländern zeigten. Auch bei Heizöl gab es einen Preisabschlag von bis zu fast zwölf Prozent. Teurer wurde dagegen Gas, nachdem zahlreiche Versorger ihre Preise angehoben hatten.

Auch Lebensmittel wurden unter dem Strich billiger. So kosteten Obst und Gemüse weniger. Für Fleisch mussten die Verbraucher dagegen mehr ausgeben, ebenso für Molkereiprodukte und Eier.

Höhepunkt der Teuerung dürfte erreicht sein

Experten zufolge hat die Preiswelle ihren Höhepunkt überschritten. "Bleibt der Ölpreis in den kommenden Monaten in etwa auf dem aktuellen Niveau oder fällt er sogar weiter, dürfte der Hochpunkt der Teuerung vorerst hinter uns liegen", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. In den kommenden Monaten dürfte sie noch weiter nachgeben.

"Wenn die Inflation sinkt, werde Kaufkraft frei, sagte Eder von der Dresdner Bank. Dreger weiter. "Die Frage ist aber, inwieweit sich die Verbraucher weiter verunsichern lassen und sparen." Im zweiten Quartal legten die Deutschen bei kräftig gestiegenen Einkommen so viel auf die hohe Kante wie seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr in einem Frühjahr.

Bundesbank sieht keinen Grund zur Entwarnung

Trotz des jüngsten Rückgangs liegt die Inflationsrate deutlich über dem Ziel der EZB. Sie sieht stabile Preise nur bei Raten von knapp unter 2 Prozent gewährleistet.

Bundesbankpräsident Axel Weber sieht deshalb keinen Grund zur Entwarnung. "Inflation bleibt die Sorge Nummer eins für die Zentralbanker im Euro-Raum", sagte das EZB-Ratsmitglied der Agentur Bloomberg. Von Reuters befragte Analysten rechnen deshalb nicht damit, dass die EZB ihren Leitzins in diesem Jahr senkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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