Übernahmeschlacht Mannesmann-Aktionär will Hauptversammlung erzwingen

Kurz vor dem offiziellen Übernahmeangebot durch Vodafone AirTouch droht Mannesmann-Chef Esser neues Ungemach.

Frankfurt am Main - Ein US-Aktionär will eine außerordentlich Hauptversammlung erzwingen, um die Offerte zu überdenken. Laut "Financial Times" sucht der New Yorker Guy Wyser-Pratte die Unterstützung von mindestens fünf Prozent des Aktienkapitals - das wäre genug, um eine HV durchsetzen zu können. Ziel von Wyser-Pratt, den das Blatt als "Aktionärs-Dissident" bezeichnet, sei, dass Mannesmann die feindliche Übernahmeofferte von Vodafone AirTouch noch einmal überlege. Bei der HV sollen die Aktionäre überdies dem Vorstand das Misstrauen aussprechen.

"Das kommentieren wir nicht", sagte ein Mannesman-Sprecher am Mittwoch zu dem Zeitungsbericht. Der deutsche Mischkonzern lehnt das Kaufangebot der Briten weiterhin entschieden ab. Das Unternehmen bedaure, dass Vodafone unverändert den eingeschlagenen feindlichen Kurs beibehält, hieß es. Vodafone habe zu keinem Zeitpunkt den Ansatz einer freundlichen Übernahme mit einem für die Mannesmann-Aktionäre akzeptablen Angebot gewählt. Die zukunftsträchtige Mannesmann-Strategie, die ein Integration von Mobilfunk, Festnetz, Internet und Tele-Commerce bedeutet, würde durch einen Zusammenschluss verwässert.

Das Angebot leite die Entstehung von Europas führendem Telekommunikationsunternehmen in den Bereichen Sprach-, Daten- und Internetdienste ein, hieß es dagegen bei Vodafone. Die Verschmelzung sei von bestechender Logik. Zusammen würden sich die größeren Chancen für beide Unternehmen eröffnen, und ein schnelleres Wachstum für die Aktionäre geschaffen werden.

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